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Ernst Abraham Grünspach

Stolperstein für Ernst Grünspach. Fotorechte: D. Janke.
Verlegung der Stolpersteine vor der Humboldt-Universität Berlin, Unter den Linden 6. Fotorechte: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.
LOCATION
Unter den Linden 6

DISTRICT
Mitte – Mitte
STONE WAS LAID
July 2010

BORN
10/11/1911 in Krotoschin (Posen) / Krotoszyn
OCCUPATION
Jurist
DEPORTATION
on the 6th of September 1944 to Theresienstadt
LATER DEPORTED
on the 29th of September 1944 to Auschwitz
MURDERED
11/02/1944 in Auschwitz

Ernst Abraham Adolf Grünspach wurde am 11. Oktober 1911, in Krotoschin (damals in der preußischen Provinz Posen, heute Krotoszyn in Polen) geboren. Aus Mangel an biografischen Quellen konnten wir keine Informationen zu seiner Kindheit und Jugend finden.

Sein Vater, Georg Grünspach, war Importeur und Kaufmann.1 Seine Mutter hieß Gertrude (geb. Natan).2 Der Vater, der sich wahrscheinlich mit dem politischen Zionismus identifizierte, war einer von tausenden Aktieninhabern des Jüdischen Kolonialistischen Trust3. Diese Gesellschaft wurde von Theodor Herzl im Jahre 1899 gegründet und war die finanzielle Basis der zionistischen Bewegung.

Ernst Grünspach studierte von Oktober 1930 bis April 1933 an der Juristischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. In einem Gedenkblatt der Gedenkstätte Yad Vashem schrieb seine Tante, Erna Bloch, dass er an der Universität sogar als Referendar gearbeitet habe.4

Nach seiner Studienzeit emigrierte Ernst Grünspach mit seiner Frau Eva (geb. Jaffe) nach Amsterdam. Sie wohnten während des Krieges in der Krammerstraße 8. Im Oktober 1942 zog bei ihnen auch Louise Kautsky, die Witwe des bekannten marxistischen Philosophen und Politikers Karl Kautsky, ein. Lousie Kautsky war als Autorin und sozialistisch-feministische Aktivistin bekannt. Das Ehepaar Kautsky war mit dem Schwiegervater von Ernst Grünspach befreundet.

Eine veröffentlichte Recherche über das Leben von Louise Kautsky weist nach, dass das Ehepaar Grünspach gegen Ende Juli 1943, zusammen mit ca. 7.000 anderen Juden, in einer Aktion der Sicherheitspolizei in Amsterdam verhaftet wurde.5 Sie wurden in das Durchgangslager Westerbork gebracht und von dort am 6. September 1944 mit dem Transport XXIV/7 nach Theresienstadt deportiert. Ernst Grünspach wurde dann mit dem Transport El am 29. September 1944 nach Auschwitz gebracht, wo er am 2. November 1944 starb.6 Seine Frau wurde am 1. Oktober 1944 ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Die Quellen in Bezug auf ihr Schicksal sind widersprüchlich.


Biographical Compilation

Ewa Miskiewicz, Verena Bunkus, Trudy Dahan, Sheer Ganor, Martin Hagmayr, Héla Hecker (Projektgruppe Stolpersteine, Berlin-Stipendien 2009/10)

Dokumentation an der Humboldt-Universität:

http://www.hu-berlin.de/ueberblick/...