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Dr. Arthur Oppenheim

Foto: KHMM
LOCATION
Landhausstr. 44

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
STONE WAS LAID
07/17/2007

BORN
07/20/1868 in Schönlanke
OCCUPATION
Allgemeinmediziner
DEPORTATION
on the 12th of August 1942 to Theresienstadt
MURDERED
09/25/1942 in Theresienstadt

Arthur Oppenheim kam am 20. Juli 1868 als Sohn des jüdischen Kaufmanns Hermann Oppenheim und seiner Ehefrau Flora geb. Levy in der Kleinstadt Schönlanke (heute Trzcianka in Polen) auf die Welt. Schönlanke lag im Netzekreis, der mit den nah beieinander liegenden Orten Schneidemühl, Schönlanke und Deutsch Krone bis 1945 Teil Preußens bzw. des Deutschen Reichs war.
Arthur Oppenheim verbrachte hier fast sein ganzes Leben. Erst zu Beginn der NS-Diktatur verließ er, wie viele andere jüdische Bürger der deutschen Provinzstädte, die Heimat und zog mit seiner aus derselben Gegend stammenden Ehefrau in die mehr Sicherheit versprechende Großstadt Berlin.
Arthur Oppenheim studierte Medizin und ließ sich Ende des 19. Jahrhunderts nach Promotion und Approbation als praktischer Arzt in Deutsch Krone (Wałcz/Polen) nieder. Um 1900 war er dort einer von acht Ärzten.
Er war zweimal verheiratet: 1902 heiratete er Marie Falk, die 1879 in Schneidemühl (Piła/Polen) geborene Tochter des Unternehmers und Stadtrats Benno Falk (1843–1922) und seiner Ehefrau Ida, geb. Gebhardt. Am 2. November 1903 wurde der Sohn Franz geboren, er blieb das einzige Kind aus der Ehe. Marie Oppenheim starb 1919 im Krankenhaus Westend in Berlin-Charlottenburg. 1922 heiratete Arthur Oppenheim in zweiter Ehe Selma Falk, die laut Heiratsurkunde als Rentiere, d.h. vom Vermögen, in Berlin lebte. (Im Berliner Adressbuch ist sie nicht zu finden.) Auch sie gehörte zur Familie Falk, geboren 1884 in Auerbachshütte bei Schneidemühl, wo Benno Falk und sein Bruder Pinkus damals ein Gut und Eisenwerk besaßen. Selma Falk war wohl eine Cousine der ersten Ehefrau. Das Paar blieb ohne eigene Kinder.
Seit 1933 bezog Arthur Oppenheim von der Deutschen Ärzteversicherung eine Invalidenrente von vierteljährlich 500 Reichsmark. Er scheint seine Praxis aufgegeben zu haben. Sohn Franz aus der ersten Ehe emigrierte 1934 mit seiner Ehefrau Anneliese nach Brasilien. (Ihr Sohn Silvio wurde dort ein bekannter Künstler.)
Arthur und Selma Oppenheim wohnten in Berlin anfangs zur Untermiete bei Hermann Mendelsohn in der Nicolaistraße 3 in Berlin-Steglitz. Das Haus gehörte dem später ebenfalls ermordeten jüdischen Kapellmeister Ladislaus Löwenthal. 1937 verzeichnet das Berliner Adressbuch als neuen Besitzer einen Klempnermeister. Das Ehepaar Oppenheim lebte seit September 1936 in einer 2-Zimmer-Parterrewohnung im Gartenhaus der Landhausstraße 44. (Zur gleichen Zeit verzeichnet das erwähnte Berliner Adressbuch als Mieter des Hauses Otto Ohlendorf, seit Langem Mitglied der NSDAP und der SS, 1941/42 Befehlshaber einer der mörderischen Einsatzgruppen, 1951 als Kriegsverbrecher hingerichtet.)
Seit 1938 lebten Arthur Oppenheim und seine Ehefrau von einer Altersrente in Höhe der Invalidenrente. Sie waren nicht ganz allein, es gab noch Verwandte in Berlin.
Am 12. August 1942 wurden Arthur und Selma Oppenheim vom Anhalter Bahnhof aus nach Theresienstadt deportiert. Von den 100 Deportierten überlebten nur vier. Arthur Oppenheim starb bereits am 25. September 1942 im Spital der „Schleuse“, einer ehemaligen Schule, nun Sammelstelle für die ankommenden Kranken oder Sterbenden. Selma Oppenheim wurde am 16. Mai 1944 von Theresienstadt in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.


Biographical Compilation

Dr. Dietlinde Peters, Recherchen: Nachlass Wolfgang Knoll

Additional Sources

Berliner Telefonbücher;
M.L. Bamberger: Geschichte der Juden in Schönlanke, Berlin 1912, digitalisiert
Peter S. Cullman: History of the Jewish Communjty of Schneidemühl: 1641 to the holocaust, Bergenfield NJ 2006;
Grossgrundbesitzer- und Güter-Lexikon zugleich Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer in der Provinz Posen, Berlin 1883;
Landesarchiv Berlin, Personenstandsunterlagen/über ancestry;
Rebecca Schwoch (Hrsg.): Berliner jüdische Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus, Berlin/Teetz 2009;
https://www.geni.com/people/;
http://www.juedische-gemeinden.de;
Theresienstadt-Datenbank: Todesfallanzeige vom 25.9.1942. https://www.holocaust.cz/de/datenba....