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Margarete Pinthus (born Katschke)

Foto:B.Plewa
LOCATION
Giesebrechtstr. 18

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
09/22/2010

BORN
04/19/1895 in Berlin
DEPORTATION
on the 26th of February 1943 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Margarethe Pinthus. geb. Katschke, erblickte am 19. April 1895 in Berlin das Licht der Welt. Sie heiratete den 11 Jahre älteren Rechtsanwalt Jacob Heinrich Pinthus, in dessen Kanzlei sie als Sekretärin arbeitete. Das jüdische Ehepaar Pinthus hatte zwei Töchter, Eva, geb. am 17. Februar 1925, und deren fünf Jahre ältere Schwester Edith Ursula, die am 14. März 1935 im Alter von 15 Jahren an Tuberkulose verstarb. Heinrich Pinthus starb am 24. Juli 1938 an einer Darmerkrankung. Die Asche von Schwester Edith und Vater Heinrich wurde auf dem jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee beigesetzt. Margarethe Pinthus lebte danach zusammen mit ihrer Mutter Helene Katschke und ihrer Tochter Eva in der Giesebrechstr.18.

Nach der Pogromnacht am 9./10.November 1938 gelang es Margarethe Pinthus, ihre Tochter Eva im Juli 1939 mit einem Kindertransport nach England zu schicken, sodass deren Leben gerettet werden konnte. Eva Pinthus ließ sich später in der Church of England taufen und wurde eine engagierte, ökumenisch denkende Quakerin. Nachdem sie Jahre lang als Krankenschwester gearbeitet hatte, schrieb sie sich als erste Frau zum Theologiestudium an der University of Birmingham ein, erwarb verschiedene akademische Grade in Theologie und Pädagogik, unterrichtete in unterschiedlichen Colleges und engagierte sich in der ökumenischen Bewegung sowie gegen Rechtsextremismus in Großbritannien. Auch in der damaligen DDR war sie in den 1970er und 1980er Jahren in Friedens- und Konfliktbewältigungsprojekten mit der Quäkerbewegung aktiv. Sie starb im Alter von 95 Jahren in Menston, West-Yorkshire.

Margarethe Pinthus wurde am 26. Februar 1943 über das von den Nazis als „Sammellager“ missbrauchte jüdische Altersheim in der Großen Hamburger Straße mit dem sog. „30. Osttransport“ in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.


Biographical Compilation

Recherche: Alexander von Oettingen, Biographische Zusammenstellung: Gisela Morel-Tiemann

Additional Sources

- Minderheitencensus v. 17.5.1939
- Centrum Judaicum, Berlin
- Susan Robson, Eva Pinthus Obituary, The Guardian International Edition, May 24, 2020:
https://www.theguardian.com/educati...