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Minna Cronheim (born Lewinski)

Stolperstein für Minna Cronheim. Foto: OTFW.
LOCATION
Waldowallee 37

DISTRICT
Lichtenberg – Karlshorst
STONE WAS LAID
09/13/2007

BORN
11/11/1894 in Hohensalza (Posen) / Inowrocław
DEPORTATION
on the 6th of March 1943 to Auschwitz
DEAD
in Auschwitz

Minna Lewinski wurde am 11. November 1894 in Inowrocław geboren. Die Stadt, die damals zur preußischen Provinz Posen gehörte, liegt heute im nördlichen Zentralpolen, zwischen 1904 und 1920 sowie während des Zweiten Weltkriegs trug sie den Namen Hohensalza. Eine Woche vor ihrem 26. Geburtstag heiratete Minna Lewinski in Berlin den Apotheker Fritz Cronheim. Gemeinsam wohnten sie in der Holsteinischen Straße 42 in Berlin-Wilmersdorf, wo am 28. August 1922 ihr einziges Kind Arno Gustav zur Welt kam.
Im September 1933 zog die Familie nach Berlin-Karlshorst. Dort hatte Fritz Cronheim in der Waldowallee 37 ein Haus gekauft. Zwei weitere Wohnungen, die sich in dem Haus befanden, wurden vermietet. Minna Cronheim war Hausfrau, während ihr Mann seinem Beruf als angestellter Apotheker nachging. Anfang 1939 verlor er seine Arbeit, da es Juden verboten wurde, als Apotheker tätig zu sein. Ein Jahr später wurde er zur Zwangsarbeit in der Spinnstofffabrik Zehlendorf verpflichtet. Im Januar 1943 musste die Familie ihr Haus in Karlshorst verlassen, wahrscheinlich aufgrund einer Enteignung durch die nationalsozialistischen Behörden. Für kurze Zeit kamen sie in der Sophienstraße 5 in Berlin-Mitte unter.
Am 6. März 1943 wurde Minna Cronheim zusammen mit ihrem Mann und ihrem 20-jährigen Sohn nach Auschwitz deportiert. Sie wurde vermutlich unmittelbar nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet, als Todestag wurde nach Kriegsende der 7. März 1943 festgestellt. Fritz und Arno Cronheim kamen ins Lager Buna nach Monowitz. Fritz Cronheim starb nach kurzer Zeit, sein Tod wurde auf den 21. März 1943 datiert, in der Yad Vashem Shoah Namesʼ Database wird abweichend der 15. April 1943 als Todesdatum angegeben.
Ihr Sohn Arno überlebte nach Auschwitz auch die Lager Krakau-Plaszow, Ravensbrück und Sachsenhausen. Ab 1946 studierte er mithilfe eines Stipendiums in Berlin Mathematik. In den 1950er Jahren ging er in die USA, promovierte in Illinois und lehrte 27 Jahre lang an der Ohio State University. 1996 gab er der USC Shoah Foundation ein viereinhalbstündiges Interview, das im Holocaust Memorial Museum in Washington eingesehen werden kann. Er starb 2005 im Alter von 82 Jahren.


Biographical Compilation

Julia Chaker

Additional Sources

Kauperts, Straßenführer durch Berlin
Museum Lichtenberg im Stadthaus | Initiative Stolpersteine Karlshorst
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (Auskunft aus dem Nummernbuch des Männer-KL Ravensbrück zu Arno Cronheim)
The Columbus Dispatch, Obituary Arno Cronheim (http://www.legacy.com/obituaries/di...)
United States Holocaust Memorial Museum, USC Shoah Foundation Institute, Testimony of Arno Cronheim (Datenbankeintrag Interview-Code 21483)
www.statistik-des-holocaust.de, Deportationsliste 35. Osttransport