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Sally Funk

Stolperstein für Sally Funk. Foto: OTFW.
LOCATION
Weseler Straße 15

DISTRICT
Lichtenberg – Karlshorst
STONE WAS LAID
09/13/2007

BORN
11/30/1885 in Königsberg / Kaliningrad
OCCUPATION
Kaufmann
DEPORTATION
on the 4th of March 1943 to Auschwitz
DEAD
in Auschwitz

Sally Funk wurde am 30. November 1885 in Königsberg (heute Kaliningrad) als Sohn von Bertha und Adolf Funk geboren. Er besuchte das Gymnasium in Königsberg und legte etwa 1903 das Abitur ab. Eigentlich hatte er geplant zu studieren, entschloss sich dann aber aus unbekannten Gründen, einen kaufmännischen Beruf zu ergreifen. Er ging nach Berlin, wo er viele Jahre als Vertreter für Seide arbeitete und recht gut verdiente. Zunächst war er für die Firma Ludwig Heilborn tätig, später dann im Auftrag einer Bielefelder Firma in ganz Deutschland als Handelsvertreter unterwegs. Außerdem war er Mitinhaber einer Großhandelsfirma für Damenkonfektion, die ihren Sitz am Hausvogteiplatz in Berlin-Mitte hatte und für die er ebenfalls viel reiste.
Am 4. August 1914, kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs, heiratete Sally Funk die sieben Jahre ältere Dora Brandt, die aus Köpenick stammte. Gemeinsam wohnten sie bis etwa 1917 in Berlin-Karlshorst in der Rheinsteinstraße 13, bevor sie in eine Vierzimmerwohnung im Erdgeschoss der Weseler Straße 15 umzogen. Im November 1917 kam ihre Tochter Ruth zur Welt. Familie Funk war recht wohlhabend, sie beschäftigte ein Dienstmädchen und fuhr jedes Jahr mit dem eigenen Auto in den Sommerurlaub. Tochter Ruth besuchte das Lyzeum und wollte später zur Kunst- und Modeschule gehen.
Bereits kurz nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft verlor Sally Funk als Jude seine Arbeit und der Lebensstandard der Familie verschlechterte sich in der Folgezeit sehr. Wenig später zog die Witwe Else Heyn als Untermieterin ein. 1939 emigrierte die damals etwa 21-jährige Tochter Ruth nach England, wo sie heiratete und Mutter von Zwillingen wurde.
1942 wurden Sally und Dora Funk aus ihrer Wohnung ausgewiesen und mussten in eine Einzimmerwohnung in der Brunnenstraße 4 in Berlin-Mitte umziehen. Im folgenden Jahr wurden sie von der Gestapo verhaftet und am 4. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Sally Funk wurde wie seine Frau Dora in Auschwitz ermordet. Seine Tochter versuchte vergeblich, nähere Informationen über das Schicksal ihrer Eltern in Erfahrung zu bringen.


Biographical Compilation

Julia Chaker

Additional Sources

Museum Lichtenberg im Stadthaus | Initiative Stolpersteine Karlshorst
www.statistik-des-holocaust.de, Deportationsliste 34. Osttransport