Skip to main content
Skip to content Skip to navigation

Gertrud Lisbeth Heller (born Huldschinsky)

Foto: KHMM
LOCATION
Ahornallee 50

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
06/28/2011

BORN
05/17/1876 in Gleiwitz (Schlesien) / Gliwice
DEPORTATION
on the 10th of September 1942 to Theresienstadt
MURDERED
01/23/1943 in Theresienstadt

Gertrud Lisbeth Heller wurde am 17. Mai 1876 in Gleiwitz als eine Huldschinsky geboren. Ihre Eltern waren Edwin und Klara Huld-schinsky. Sie hatte zwei Geschwister: Katarina Huldschinsky und Helene Huldschinsky (später Wittkowsky). Ihre Hochzeit fand am 14. November 1934 statt, ihr Mann ist uns jedoch bis heute unbekannt. Gertrud Lisbeth Heller war eine wohlhabende Frau und gebar drei Kinder: Georg Bernhard Heller, Hubert Heinz Heller und ihre einzige Tochter Anne Marie Heller. Nach der Geburt ihrer drei Kinder starb ihr Ehemann und sie verwitwete. 1936 erhielt sie ein Enkelkind, Marianne Heller, von ihrer Tochter. Sie muss einen Bruder gehabt haben, dessen Identität wir jedoch nicht herausgefunden haben, da Josephine Huldschinsky, mit der sie seit 1939 gemeinsam in der Ahornallee 50 gelebt hat, ihre Schwägerin war.

Ihr letzter freiwilliger Wohnort vor dem Transport mit der Nummer I/63-6525 mit 100 weiteren Personen nach Theresienstadt am 10. September 1942 war die Ahornallee 50 in Berlin-Charlottenburg. Von denen, die mit ihr in diesem Transport waren überlebten nur vier Personen den Holocaust.

Die Transporte waren unmenschlich. Es gab keinen Platz, kaum Nahrungsmittel und es herrschten katastrophale hygienische Zu- stände. Das Ghetto Theresienstadt wurde ursprünglich als Festungsstadt Ende des 18. Jahrhunderts von Kaiser Joseph II. erbaut. Es gliederte sich in zwei Teile: die Garnisonsstadt und die Kleine Festung. Nach der Besetzung Böhmens und Mährens durch das nationalsozialistische Deutschland machte die Gestapo im Juni 1940 die Kleine Festung zu einem Gefängnis. Aus dem Festungsteil „Garnisonsstadt“ wurde im November 1941 das Ghetto Theresienstadt, in welchem viele Menschen ihr Leben verloren, auch Gertrud Heller.

Sie starb vier Monate nach ihrer Deportation am 23. Januar 1943 um 11:30 Uhr an Bauchtyphus und Herzmuskelentartung, welches die offiziellen Angaben von Dr. Klapp sind. Jedoch erscheinen diese nicht sehr glaubwürdig. Wahrscheinlicher ist, dass die Hauptgründe für ihren Tod die menschenunwürdigen Umstände, wie z.B. die mangelnde Hygiene, der Mangel an Nahrungsmitteln und ein immenser Platzmangel im Ghetto Theresienstadt waren.


14 Schülerinnen und Schüler der Katholischen Schule Liebfrauen nahmen sich im Geschichtskurs des Schuljahrs 2010/11 vor, das Leben und Sterben von Opfern des Nationalsozialismus zu recherchieren und ihrer zu gedenken, indem sie Stolpersteine verlegten. Sie erfuhren die Namen von neun Menschen, die in der Ahornallee, der Straße der Schule, gewohnt hatten. Diese Menschen wollten sie kennenlernen, indem sie möglichst viele Informationen über ihr Leben und Schicksal in Erfahrung bringen, damit sie und die schrecklichen Folgen des rassistischen Antisemitismus während des Nationalsozialismus in Deutschland nicht vergessen werden. Das Ergebnis eines halben Schuljahres an Recherchearbeit waren eine Broschüre und die Stolpersteinverlegung mit einem Gedenken.

Die Stolpersteine für Josefine Huldschinsky und Gertrud Lisbeth Heller, zuletzt wohnhaft Ahornallee 50, sowie für Berta, Alice und Gittel Zellner, Albert, Pauline und Hertha Lewinnek und Hildegard Peril, zuletzt wohnhaft in der Ahornallee 10 wurden von den Schülerinnen und Schülerinnen der Katholischen Schule Liebfrauen und einigen Eltern gespendet und am 28.06.2011 verlegt.

Gedenkbuch: Stolpersteine in der Ahornallee von der Kath. Schule Liebfrauen:
http://alt.katholische-schule-liebf...

Biographical Compilation

Benedikt Schlüter, Laurens Roer, Malte Harms (Klasse 9a) & Luka
Pavlovic (Klasse 9c)