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Margarete Goldschmidt (born Ittmann)

Stolperstein Margarete Goldschmidt Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Timper
LOCATION
Droysenstr. 18

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
06/07/2011

BORN
08/12/1894 in Frankfurt/Main
DEPORTATION
on the 13th of January 1942 to Riga
MURDERED
in Riga

Margarete Goldschmidt, früher Burmester geb. Ittmann ist am 12. August 1894 in Frankfurt am Main geboren . Ihre Tochter Marion Ittmann war schon 1938 emigriert und lebte in Manila auf den Philippinen, sie selbst wohnte zur Untermiete bei Liese-Lotte Kantorowitz. Margarete, jüdischer Religion, nur wenig jünger als Herbert Goldschmidt, wurde ihm zur letzten Weggefährtin. Wenig ist von ihr bekannt. Ihre Lebensstationen waren Frankfurt/Main, Dresden – dort hatte sie den bekannten Schauspieler Ernst Deutsch kennengelernt und dort wurde 1917 ihre Tochter Marion geboren – und nach dem Ersten Weltkrieg Berlin, wo sie ihren Lebensunterhalt dadurch verdiente, dass sie Familien den Haushalt führte,.

Herbert und Margarete Goldschmidt mussten miterleben, dass aus ihrem Haus, das der jüdischen Eigentümerin F. Weiß gehörte und in dem 37 Juden wohnten, immer mehr Menschen deportiert werden. So wurden Ruth Rahel Lecker, und ihre Tochter Edith (geboren 1935) am 27. November 1941 nach Riga deportiert.

Auch Herbert und Margarete Goldschmidt wurden nach Riga deportiert. Ihr Transport ging in Berlin am 13. Januar 1942 los und war fast drei Tage unterwegs. 1035 Menschen kamen mit diesem Transport vom Bahnhof Grunewald – 15 überlebten. Herbert Goldschmidt lebte mindestens noch ein Jahr – das letzte Lebenszeichen von dem inzwischen 53jährigen gibt es aus dem März 1943 (Auskunft des Riga-Komitees). Was danach geschah, bleibt im Dunkeln. Im Berliner Landesarchiv gibt es eine Notiz, die davon ausgeht, dass auch Herbert Goldschmidts Bruder Hans nach Riga deportiert wurde. Weder Hans noch Herbert und Margarete Goldschmidt haben überlebt.

Auch Marion Zellner geschiedene Goldschmidt wurde verhaftet, weil sie "vollständig judenhörig ist und kaum zum Deutschtum zurückfinden wird“, so formulierte die Geheime Staatspolizei. Sie kam in das KZ Ravensbrück, konnte aber überleben; ihr Mann Hans Zellner wurde 1942 in Auschwitz ermordet.

In Magdeburg wurde nach 1945 die Westpreußenstraße, die in der Nähe des früheren Hauses der Goldschmidts in der Heimat-Privatstraße liegt, in Goldschmidtring umbenannt. Und im Rahmen des Jubiläums „75 Jahre Wasserwerk in der Colbitz-Letzlinger Heide“ 2007 wurde der Verdienste des engagierten Kommunalpolitikers Herbert Goldschmidt um reines Trinkwasser für Magdeburg gedacht.

Stolpersteine für Hans und Marion Zellner sind am Bundesplatz 17 verlegt worden, siehe
http://www.berlin.de/ba-charlottenb...


Biographical Compilation

Text (gekürzt): Waltraut Zachhuber (Magdeburg)

Additional Sources

Quellen: Katharina Mensing, Marion, Vortrag zur Ehefrau von Dr. Herbert Goldschmidt (Ms.); Stadtarchiv und Landeshauptarchiv Magdeburg; Archiv der Synagogengemeinde zu Magdeburg; Magdeburgische Zeitung; Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1945; Das Buch der Erinnerung, bearbeitet von Wolfgang Scheffler und Diana Schulle, hrsg. vom Volksbund Dt. Kriegsgräberfürsorge, Riga-Komitee u.a., München 2003; Berliner Landesarchiv; IST Bad Arolsen; Peter Baumann, Wie Magdeburg zum Wasser kam(2006);Recherchen von Helga Fiek, Lehrerin am Ökumenischen Domgymnasium Magdeburg; Familieninformationen zu Margarete Goldschmidt durch Irene Herrmann, Santa Cruz/ USA; Evangelisches Zentralarchiv Berlin: