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Johanna Heine (born Pels)

Stolperstein für Johanna Heine. Foto: OTFW.
LOCATION
Eichenallee 3

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
07/24/2012

BORN
04/09/1895 in Hamburg
DEPORTATION
on the 24th of October 1941 to Łódź / Litzmannstadt
MURDERED
November 1941 in Łódź / Litzmannstadt

„Ich wurde am 10. November 1884 als Sohn eines Kaufmanns Hermann Heine und seiner Ehefrau Marie geb. Baender in Berlin geboren und bin evangelischer Konfession . Von Ostern 1891 an besuchte ich die Vorschule und später das Gymnasium des Köllnischen Gymnasiums zu Berlin, auf dem ich im Herbst 1906 das Zeugnis der Reife erhielt. Mit Ausnahme des zweiten in München verbrachten Semesters lag ich meinen medizinischen Studien ausschließlich in Berlin ob. […] Im Frühjahr 1906 bestand ich die ärztliche Vorprüfung mit ›gut‹ […]. Meine Studien wurden unterbrochen durch den halbjährigen Dienst mit der Waffe, den ich von Oktober 1907 bis zum April 1908 beim 2. Garde-Ulanen-Regiment ableistete. Im übrigen war ich in den Ferien vielfach als Famulus tätig […]. Im Anfang des Jahres 1910 bestand ich die ärztliche Staatsprüfung in Berlin mit dem Prädikat ›gut‹ und wurde am 25. März 1911 approbiert, nachdem ich als Medizinalpraktikant 5 Monate an der zweiten medizinischen Poliklinik und 7 Monate am Pathologischen Institut der Universität tätig gewesen war. Nachdem ich anschließend daran das zweite halbe Jahr gedient und geübt hatte, bin ich seit 15. November 1911 als Volontärassistent am Pathologischen Institut der Universität Berlin tätig.‟

So formulierte Fritz Heine im Jahr 1912 seinen Lebenslauf, den er seiner Dissertationsschrift „Anatomische Befunde bei Schädelschüssen‟ beifügte, um am 12. September des gleichen Jahres zum Doktor der Medizin promoviert zu werden.

14 Jahre später lebte er als selbstständiger Chirurg mit seiner Frau Johanna, geb. Pels, in der Reichsstraße 104 in Berlin-Charlottenburg. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, mit denen sie Anfang der Dreißigerjahre in die Anklamer Straße 39 (Bezirk Mitte) umzogen. Danach bezogen sie eine Wohnung in der Eichenallee 3 in Berlin-Charlottenburg. Am 30. September 1938 verlor der Facharzt seine Approbation. Die letzte Berliner Wohnadresse des Ehepaares war die Augsburger Straße 46 in Schöneberg.

Am 24. Oktober 1941 wurde Fritz Heine als „nichtarischer Christ‟ gemeinsam mit seiner Frau mit dem zweiten Berliner Osttransport in das Getto Litzmannstadt deportiert. Dort waren die beiden zunächst im Kollektiv Berlin II in der Hertastraße 25 untergebracht, bis ihnen eine Unterkunft in der Sulzfelder Straße 10/13 zugewiesen wurde. Dr. Fritz Heine praktizierte auch im Getto als Arzt – bis zum 3. Juli 1944. An diesem Tag berichtet die Getto-Chronik:

„Zur Arbeit ausserhalb des Gettos: Heute in den frühen Morgenstunden ging der V. Transport mit 700 Personen von Bahnhof Radegast ab. Als Arzt ging Dr. Fritz Heine /Berlin/ mit.‟

Auch seine Meldekarte vermerkt für dieses Datum seine Begleitung eines Arbeitseinsatzes, doch tatsächlich brachte ihn dieser Transport in das Vernichtungslager Kulmhof.


Biographical Compilation

Katja Zinn-Breitkreuz, in: Berliner Juden im Getto Litzmannstadt 1941-1944. Ein Gedenkbuch, Berlin 2009, S. 117-118.