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Hilde Lotte Gerson (born Cohn)

Foto: Alexander Sempf
LOCATION
Niebuhrstr. 70

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
10/25/2011

BORN
06/14/1921 in Berlin
DEPORTATION
in May 1943 to Theresienstadt
SURVIVED

Martin Cohn, geboren am 6. Juni 1884 in Berlin, war Zahnarzt mit eigener Praxis. Mit seiner Ehefrau Toni Cohn, geboren am 21. April 1895 in Berlin als Toni Scherk, hatte er zwei Töchter, Hilde Lotte und die zweieinhalb Jahre jüngere Schwester Susi, denen die Eltern eine behütete und glückliche Kindheit ermöglichten. Es gab regen Austausch mit der zahlreichen Verwandtschaft. Tonis Onkel Ludwig Scherk war ein bekannter Parfümerie-Fabrikant, dessen Betrieb 1938 „arisiert“ und verkauft wurde. Er floh nach England. Seine Frau Alice, eine Pianistin und Sängerin, hatte sich 1934 in den Tod geflüchtet.

Die Töchter liebten es, mit ihren Eltern, Großeltern oder Tanten und Onkeln Ausflüge in Berlin zu machen, auch mal in Restaurants geführt zu werden oder einen „Silber-Eisbecher“ spendiert zu bekommen. Hilde Lotte und Susi gehörten dem Schwimmclub Hellas an. Susi hatte noch 1933 in Prag für Deutschland einen zweiten Platz belegt. Eine Woche später wurden beide Mädchen aus dem Verein ausgeschlossen. Am 20. Juni 1939 wurde Susi im Alter von 15 Jahren mit einem Kindertransport nach England geschickt. Später heiratete sie J. C. Podgurski. Sie hat eine Tochter, ist verwitwet und lebt in Baltimore, Maryland/USA.

Ihre Schwester Hilde Lotte heiratete Helmut Gerson, geboren am 25. Februar 1909, und arbeitete als Krankenpflegerin im Jüdischen Krankenhaus an der Iranischen Straße. Im Mai 1943 wurden beide nach Theresienstadt deportiert. Hilde Lotte überlebte das Konzentrationslager; sie wurde am 10. Mai 1945 befreit, starb aber im März 1947 im Jüdischen Krankenhaus mit 26 Jahren an den Folgen der Haft.

Die Eltern Martin und Toni Cohn wurden am 12. März 1943 in einem Zug mit 946 Menschen vom Berliner Bahnhof Grunewald nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden.


Die Stolpersteininschrift Ermordet in Theresienstadt repräsentiert einen früheren Erkenntnisstand.

Biographical Compilation

Recherche und Text: Elke Elsner