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Ida Hellmann

Stolperstein für Ida Hellmann. Copyright: MTS
LOCATION
Treuchtlinger Str. 8

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
STONE WAS LAID
09/06/2012

BORN
08/03/1914 in Frankfurt/Main
FORCED LABOUR
Gartenarbeiterin
at
dem Landwerk Neuendorf
DEPORTATION
on the 16th of June 1943 to Theresienstadt
LATER DEPORTED
on the 23rd of October 1944 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Ida Hellmann wurde am 3. August 1914 in Frankfurt am Main geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Sie war ledig, ihre letzte bekannte Adresse war die Treuchtlinger Straße 8 (bis 1938 Haberlandstraße 3).
Zuletzt lebte sie auf dem "Landwerk Neuendorf" bei Fürstenwalde, wo sie gegen Kost und Logis als Gartenarbeiterin beschäftigt war. Das Landwerk Neuendorf war 1932 vom Verein Jüdische Arbeitshilfe gegründet worden. Zunächst nahm es obdachlose und arbeitslose Jüdinnen und Juden auf und bildete sie in handwerklichen Berufen aus. Ab 1937 war das Landwerk ein sogenanntes Hachschara-Lager (hebräisch "Vorbereitung, Tauglichmachung"), in dem Jugendliche und junge Erwachsene auf die "Allja", die Auswanderung nach Palästina vorbereitet werden sollten. Das Gut betrieb Landwirtschaft, Viehwirtschaft und eine Gärtnerei. Hier lebten und arbeiteten Jugendliche und Erwachsene zwischen 16 und 40 Jahren, aber auch Familien mit Kindern. Unter den Bewohnern befand sich ab Sommer 1942 auch Hans Rosenthal. Die Reformpädagogin Clare Grundwald unterrichtete hier Kinder. Ab 1941 wurden die Bewohnerinnen und Bewohner des Landwerks Neuendorf auch zur Zwangsarbeit herangezogen. Das Gute wurde damit also faktisch ein Zwangsarbeiterlager für Juden.
Ida Hellmann erkrankte offenbar und befand sich vermutlich ab Ende April 1943, möglicherweise bereits ab Februar 1943 im Jüdischen Krankenhaus in der Iranischen Straße 2 in Berlin-Wedding. Am 4. und 8. Juni 1943 wurden für sie zwei Vermögenserklärungen ausgefüllt. Spätestens am 11. Juni wurde sie verhaftet und in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 gebracht- An diesem Tag gab ihr ein Gerichtsvollzieher dort bekannt, dass ihr Vermögen zugunsten des Deutschen Reichs eingezogen worden war. In einer handschriftlichen Notiz vom 23. Juli 1943 jedoch vermerkte ein Mitarbeiter der Finanzbehörden: "Die ausgesiedelte Jüdin Ida Sara Hellmann (.....) hat nichts hinterlassen."
Am 16. Juni 1943 wurde Ida Hellmann nach Theresienstadt deportiert. Der Transport umfasste 430 Personen, darunter zahlreiche Kranke aus dem Jüdischen Krankenhaus in der Iranischen Straße. Von Theresienstadt aus wurde Ida Hellmann am 23. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Nur etwas ein Zehntel der zwei Tage später in Auschwitz eingetroffenen Personen überlebte das Lager. Die meisten wurden direkt nach der Ankunft ermordet. Wahrscheinlich befand sich auch Ida Hellmann unter ihnen.


Biographical Compilation

Uta Fröhlich auf der Grundlage wesentlicher Vorarbeiten von Hannelore Emmerich.

Additional Sources

Horst Helas: Eine Fürstenwalder Geschichte
(www.rosalux.de/fileadmin/rls uploads/pdfs/Themen/Rechtsextremismus/ Eine Fürstenwalder Geschichte pdf)
Danuta Czech: Kalendarium Auschwitz
Recherchen der Paten
www.holocaust.cz.