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Fritz Koppel

LOCATION
Handjerystr. 81

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
STONE WAS LAID
06/03/2013

BORN
12/20/1919 in Berlin
OCCUPATION
Schneider
FORCED LABOUR
Arbeiter
at
Siemens & Halske, Gartenfelde
DEPORTATION
on the 19th of February 1943 to Auschwitz
MURDERED
04/23/1943 in Auschwitz

Fritz Koppel wurde am 20. Dezember 1919 in Berlin geboren. Seine Eltern waren der kaufmann Julius Koppel, geboren am 30.12.1878 (heute Stadtteil von Dortmund im Ruhrgebiet) und seine Ehefrau Anna, geborene Ostwald, geboren am 31.8.1892 in Hagen am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets. Er besaß eine ältere Schwester, die 1914 geborene Marianne.
Nach den Einträgen im Berliner Adressbuch muss der Vater von Fritz Koppel bereits als junger mann nach Berlin gekommen sein: 1899 findet sich zum ersten Mal ein Kaufmann Julius Koppel in der Magdeburger Straße 10. Einige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg tat er sich mit dem Schneider Lucas Hilscs zusammen. Die Beiden besaßen während des Krieges und auch noch zum Zeitpunkt der Geburt von Fritz Koppel eine Herrenschneiderei am Prachtboulevard Unter den Linden. Die Familie Koppel wohnte bis zum Beginn der NS-Diktatur in der Helmstedter Straße 17 in Wilmersdorf. Fritz Koppel besuchte ein Wilmersdorfer Gymnasium, er war ein guter Schüler und wollte Elektroingenieur werden. Aber 1934 musst er das Gymnasium verlassen und absolvierte eine Schneiderlehre - wohl um das Geschäft des Vaters übernehmen zu können. Zu diesem Zeitpunkt gab es das Geschäft Unter den Linden nicht mehr. Der Vater Julius Koppel frindet sich als Kaufmann bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs in der Prinzregentenstraße 10. Fritz Koppel zog nach seiner Ausbildung in das Hachschara-Lager Gut Winkel in der Nähe von Spreenhagen in Brandenburg. In den Hachschara-Lagern (Hachschara=Vorbereitung) der zionistischen Bewegung und er jüdischen Jugendbewegung wurden Jugendliche für den Aufbau Palästinas ausgebildet. Hier lernte Fritz Koppel die 1921 in Wien geborene und bis dahin ebenfalls in Berlin lebende Mary Schirmer kennen. Sie ließ sich in Gut Winkel zur landwirtschaftlichen Arbeiterin ausbilden. Im Juni 1941 wurde Gut Winkel aufgelöst.
Fritz Koppel heiratete am 17. März 1942 Mary Schermer. Das junge Ehepaar wohnte in einer Dreizimmerwohnung im Haus von Emanuel Singer, dem Großvatert der Ehefrau, in der Handjerystraße 81. Bei wurden zur Zwangsarbeit herangezogen. Frfitz Koppel musste zuletzt bei Siemens in Gartenfeld arbeiten. Sein Wochenlohn betrug 15 RM (Siemens hatte schon früh eigene "Judenabteilungen" eingerichtet und beschäftigte Tausende von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern.)
In den letzten Monaten vor der Deportation wurde in der Wohnung des Ehepaars als Untermieter der 1879 in Galizien geborene Sindel Zimet eingewiesen. Er hatte bis dahin bei Verwandten in der "Tuschkastensiedlung" in Zehlendorf gewohnt und war nach deren Deportation ohne Heim. (Dort erinnert ein Stolperstein an ihn und seine Familie.)
Am 19. Februar 1943 wurde Fritz Koppel mit seiner Ehefrau und dem Untermieter Sindel Zimet nach Auschwitz deportiert. Sein Todesdatum ist bekannt. Er wurde am 23. April 1943 ermordet.


Biographical Compilation

Dr. Dietlinde Peters auf der Grundlage der Vorarbeiten von Hannelore Emmerich und eigener Recherchen.

Additional Sources

Heinz Ickstadt für die Initiative Stolpersteine in der Handjerystraße (Hrsg.): Quartier Handjerystraße in Berlin-Friedenau, Berlin 2013, Deportationsliste, Regional Rundschau von 12.6.2013; Ilana Michaeli (Hrsg.) u.a.: Gut Winkel - die schützende Insel: Hachschara 1933-1941, LIT Verlag 2007