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Bianca Abraham (born Abraham)

LOCATION
Baseler Str. 13

DISTRICT
Steglitz-Zehlendorf – Lichterfelde
STONE WAS LAID
06/03/2021

BORN
10/03/1871 in Konitz (Westpreußen) / Chojnice
OCCUPATION
Pädagogin
DEPORTATION
on the 13th of July 1942 to Theresienstadt
LATER DEPORTED
on the 19th of September 1942 to Treblinka
MURDERED
in Treblinka

Bianca Abraham, geboren am 3. Oktober 1871 in Konitz, war ledig und von Beruf Pädagogin. Lange Zeit leitete sie das Jüdische Kinderheim in der Gipsstraße, ein zentrales Kinderheim der Jüdischen Gemeinde in Berlin mit vielen Angestellten und Kindergärtnerinnen. Sie hatte in diesem Kinderheim eine Dienstwohnung und stand in einem Dienstverhältnis zur Jüdischen Gemeinde, von der sie nach ihrem Ausscheiden eine Pension bezog. Sie hatte eine sehr verantwortliche Stellung und war nicht nur in der Jüdischen Gemeinde, sondern auch allgemein in den Fachkreisen in Berlin sehr angesehen. Sie bezog ein gutes Gehalt von über 800 RM. In den 1930er-Jahren wurde sie pensioniert und lebte von da an in der Baseler Str. 13, einem Israelitischen Lehrerinnenwohnheim. Hier erhielt sie Besuch von der Familie. Der letzte, wahrscheinlich nicht freiwillig gewählte Wohnort war danach in der Iranischen Straße 2.
Bianca Abraham hatte einen Bruder, Dr. Paul Abraham. Seine Tochter Ruth Lewitt war selbst als Verfolgte 1936 in die USA ausgewandert. Nach dem Krieg stellte sie einen Rückerstattungsantrag für die Wohnungseinrichtung sowie Pelzwaren, Radio, Gold, Silber, Schmuck und Bankguthaben ihrer Tante Bianca Abraham. Das Verfahren wurde nach 1966 nicht mehr betrieben, da Ruth Lewitt dann nicht mehr zu ermitteln war. Eine Vermögenserklärung der Bianca Abraham liegt nicht vor.
Bianca Abraham wurde am 13. Juli 1942 mit 71 Jahren mit dem „20. Alterstransport“ nach Theresienstadt und von dort am 19. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert.


Eine Darstellung der Geschichte des Israelitischen Lehrerinnenheims wurde von Dr. W. Reinicke in der Zeitschrift des Steglitzer Heimatmuseums 1999 veröffentlicht und kann in dem beigefügten Dokument nachgelesen werden (in: Steglitzer Heimat 2/1999, S. 22-25.)

Biographical Compilation

Andrea Lemke