Skip to main content
Skip to content Skip to navigation

Wolf Malinowski

Stolperstein Wolf Malinowski (c/o Projekt-Stolpersteine)
LOCATION
Am Schlachtensee 38

DISTRICT
Steglitz-Zehlendorf – Schlachtensee
STONE WAS LAID
06/14/2021

BORN
06/13/1882 in Pleschen / Pleszew
DEPORTATION
on the 17th of May 1943 to Auschwitz
WHEREABOUTS UNCLEAR
in Auschwitz

Charlotte Berta Malinowski geb. Citron wurde am 04. Oktober 1890 in Berlin und Isaak Wolf Malinowski am 13. Juni 1882 in Pleschen / Posen geboren. Sie waren beide jüdischen Glaubens. Wolf hatte einen Bruder Arnold Malinowski und Charlotte hatte einen Bruder Hans Citron und einen Cousin Curt Citron mit weiteren Nachkommen.
Charlotte und Wolf heirateten am 21.06.1921 in Berlin-Wilmersdorf und zogen von der Fasanenstraße 58 bzw. der Achenbachstraße 2 zusammen in die von Charlotte im selben Jahr gekaufte Villa Seestraße 39 in Schlachtensee, die später umbenannt wurde in „Am Schlachtensee 38“. Sie hatten keine Kinder.
Sie hatten in ihrem Wohnhaus einen Portier und einen Gärtner, eine umfangreiche Biedermeiereinrichtung, einen Flügel, den Charlotte spielte und eine altitalienische Meistergeige, die Wolf spielte, sowie ein Auto mit einem Sechszylinder-Motor der Marke Chevrolet.
Wolf Malinowski war Jurist und arbeitete bis zum Berufsverbot für Juden als Leiter der Rechtsabteilung für die Klangfilm GmbH, die damals Kino- und Tonfilmapparate entwickelte und verkaufte.
Charlotte und ihrem Bruder Hans gehörte die 1920 gegründete Terpitz & Wachsmuth GmbH, die Elektroapparaturen baute und verkaufte, und ein eigenes Firmengrundstück in der Kurfürstenstraße 15 in Berlin-Tiergarten hatte.
Ab 1938 hatten Malinowskis mehrere Untermieter bei sich im Haus Am Schlachtensee 38 aufgenommen. Das Luftgaukommando setzte Malinowskis zu dieser Zeit so unter Druck, dass sie ihr Grundstück am 16. September 1941 an das Deutsche Reich verkaufen mussten. Sie zogen in ein Zimmer in die Rolandstraße 4. Der letzte freiwillig gewählte Wohnort war also die Villa Am Schlachtensee 38 und nicht die Rolandstraße 4. Auch das Firmengrundstück musste verkauft und das Unternehmen aufgelöst werden.
Der Bruder Hans Citron nahm sich im November 1942 das Leben, nachdem er die Mitteilung bekommen hatte, sich zur Deportation bereit zu halten.
Malinowskis wollten nach Palästina auswandern. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Am 17. Mai 1943 wurden sie, damals 52 und 60 Jahre alt, mit dem 38. Transport nach Auschwitz deportiert. Sie sind in Auschwitz ermordet worden. Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.
Nach dem Krieg haben der Neffe Anselm Citron und der Bruder Arnold Malinowski mehrere Wiedergutmachungsverfahren betrieben. Sie haben Schadensersatz bekommen und die Kaufverträge über das Villengrundstück Am Schlachtensee 38 und das Firmengrundstück in der Kurfürstenstraße 15 wurden für nicht wirksam erklärt.


Biographical Compilation

Biografie: Bruno Thur / Zusammenstellung Projekt-Stolpersteine