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Georg Plaut

Stolperstein Georg Plaut Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
LOCATION
Konstanzer Str. 62

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
STONE WAS LAID
10/14/2014

BORN
01/13/1874 in Graudenz / Grudziądz
FLIGHT INTO DEATH
10/18/1941

Georg Plaut wurde am 13. Januar 1874 in Graudenz (Grudziadz) geboren.
Verheiratet war er mit Marta Plaut, geb. Ebbers, die nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen „arisch“ war, also keine Jüdin. Sie war am
19. August 1890 in Münster/Westfalen geboren und ist erst 1970 in Berlin gestorben.

Georg Plaut war Chemiker, promovierte und war Inhaber der Fabrik A. Palis Nachf. an der Mittenwalder Straße 6, die 1900 gegründet worden war und 1939 liquidiert wurde. Schon am 1. Juli 1937 musste Plaut die Firma an einen „arischen“ Mitarbeiter zwangsverkaufen. Als Verkaufssumme wurde eine lebenslange Rente von 1 000 Reichsmark pro Monat vereinbart und später auf 750 RM vermindert.

Bei der Volkszählung 1939 waren Georg und Marta Plaut in der Konstanzer Straße 62 als Untermieter bei Käthe Galland gemeldet. Um seine christliche Ehefrau nicht zu gefährden, ließ sich das Ehepaar am 14.2.1939 scheiden, am 15.12.1940 zog er als Untermieter zu den Brüdern Georg und Rudolf Brodnitz in die Bregenzer Straße 7.

1940 wurde die Firma A. Palis Nachf. „entjudet“, wie die endgültige Enteignung im Nazi-Deutsch genannt wurde. Das Reichswirtschaftsministerium reduzierte die Ausgleichsabgabe von 60 000 auf 15 000 Reichsmark und strich die Rente.

Am 3.10.1941 wurde die Enteignung endgültig vollzogen. Am 16. Oktober 1941 wurden Georg Plaut und seine Vermieter verhaftet und ins Sammellager Levetzowstraße 7-8 gebracht. Dort stellte die Gestapo ihm die am 12.10.1941 ausgefertige Vermögenserklärung zu.

In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1941 vergiftete sich Georg Plaut. Die Brüder Brodnitz sind am 18. Oktober mit dem ersten Transport, der vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald abging, nach Lodz/Litzmannstadt deportiert worden. Diesem Schicksal hat sich Georg Plaut mit 67 Jahren entzogen.


Biographical Compilation

Recherche und Text: Ulf Borchardt (bearbeitet und ergänzt von Helmut Lölhöffel)