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Ruth Cronheim (born Münzer)

Ruth Cronheim © OTFW
LOCATION
Pariser Str. 11

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
STONE WAS LAID
06/22/2014

BORN
05/12/1910 in Berlin
DEPORTATION
on the 2nd of March 1943 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Alfred Cronheim wohnte mit seiner Frau Ruth und seinen Söhnen Wolf Michael und Joel in der Pariser Straße 11. Er wurde am 18. November 1904 in Berlin geboren. Seine Eltern waren Walter und Meta Cronheim geborene Baum, auch die Eltern wurden in Berlin geboren, lebten in Lichterfelde in der Promenadenstr.15. Der Vater Walter verstarb am 17. Juni 1926 und hat seine letzte Ruhestätte auf dem Jüdischen Friedhof Weissensee.

Alfred und Ruth Cronheim hatten zwei Söhne, Wolf - Michael, geboren am 5. August 1937 und Joel, geboren am 11.Dezember 1942. Als Berufsangabe ist im Adressbuch von 1940 ist für Alfred „Spinnereiarbeiter" angegeben, was nicht unbedingt korrekt sein muss, denn es wurden zu dieser Zeit schon Zwangsabeiten verordnet. Frau Ruth Cronheim wurde wohl bei Siemens-Schuckert Werke zwangsverpflichtet, denn aus den vorhandenen Unterlagen geht hervor, dass der offene Restlohn an die „Vermögensverwaltung" für jüdische Bürger auch nach der Deportation überwiesen werden musste, der Eingang wurde mit RM 22,85 durch den Oberfinanzpräsidenten Berlin Brandenburg mit Datum vom 22. März 1943 bestätigt.

Das Ehepaar Cronheim wurde mit seinen Söhnen mit dem 32. Osttransport am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Auf dem Transport waren ungefähr 1500 Männer, Frauen und Kinder, 45 Frauen und 535 Männer wurden als Häftlinge ins Lager eingewiesen, die übrigen Menschen wurden in die Gaskammern geführt. Die Familie Cronheim wurde am 4. März 1943 ermordet. Stolpersteine liegen vor dem Haus Pariser Str. 11, nicht aber für den Sohn Joel. Dass es diesen Sohn gab, haben erst spätere Nachforschungen ergeben, da er erst nach der Volkszählung vom Mai 1939 auf die Welt kam. Auch dass die Mutter Meta Cronheim in der Pariser Straße 11 wohnte, hat sich erst später herausgestellt, demzufolge fehlt auch ein Stolperstein für Meta Cronheim.

Das Schicksal der Frau Meta Cronheim hat hat schon fast tragische, aber auch erfreuliche Bezüge. Sie war die Mutter von Alfred Cronheim, die Schwiegermutter von Ruth Cronheim und die Großmutter der Enkelkinder. Meta Cronheim wurde als Meta Baum am 7. Januar 1877 geboren. Ihr Ehemann Walter hatte einen Tuch- und Seidenhandel in der Neuen Schönhauser Str.3. Seine Eltern waren Abraham und Mathilda Cronheim geborene Levinthal und wohnten in der Neuen Königstr. 68.
Ruth Cronheim geborene Münzer wurde am 12. Mai 1910 in Berlin geboren, ihre Eltern waren Louis Münzer geboren am 9. April 1881 und seine Frau Hertha geborene Baruch am 27. Mai 1886 - das Ehepaar wurde am 28. Januar 1942 nach Riga deportiert und dort umgebracht, sie wohnten in Schöneberg in der Bayreuther Straße 3. Ruths 1913 geborener Bruder Wolfgang emigrierte in die USA, wo er sich Warren Monroe nannte. Er starb 2011 in Florida.

Meta Cronheim hat ihre Wohnung in Lichterfelde bis zu den beginnenden Schikanen bewohnt, zog dann als Untermieterin in die Martin- Luther-Str.11 bei Goldschmidt. Das geht aus einer Telefonrechnung hervor, die mit dieser Adresse versehen ist, danach wohnte sie auch als Untermieterin bei dem Ehepaar Max und Johanna Kunde in der Knesebeckstr.70/71, bevor sie zu ihren Kindern in die Pariser Str.11 zog. Hier lebte sie bis zu ihrer Deportation am 21. September 1942 nach Theresienstadt. Es gab den berühmt berüchtigten Kuhhandel zwischen Himmler und der Schweiz wodurch ungefähr 1200 Menschen die Möglichkeit bekamen, mit einem Sonderzug in die Schweiz zu entkommen und eine war auch Meta Cronheim. Der Zug endete in St. Gallen wo die Registrierung stattfand. Von hier aus wurden die Menschen weitergeleitet in verschiedene Lagerunterkünfte wie Les Avant. Nach Angaben des US Holocaust Memorial Museum geht hervor, dass Meta Cronheim am 28. Februar 1951 verstorben ist, leider ohne Angabe des Ortes. Nachforschungen haben ergeben, dass sie nicht in Berlin verstorben ist.


Biographical Compilation

Recherche und Text: Siegfried Dehmel