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Gertrud Teppich (born Herz)

Gertrud Teppich mit ihren Töchtern Anita und Ilse © Familienarchiv
Gertrud Teppich mit Ehemann Richard und Tochter Ilse, 1923 © Familienarchiv
Gertrud Teppich, 1935 © Familienarchiv
Fotografie des Ehemanns Richard Teppich © Familienarchiv
Fotografie von Richard und Anita Teppich, ca 1908 © Familienarchiv.
Die Familie Silten und Teppich © Familienarchiv.
Stolpersteine für Gertrud Teppich © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
LOCATION
Luisenstr. 54/55

DISTRICT
Mitte – Mitte
STONE WAS LAID
August 2010

BORN
02/12/1880 in Berlin
FLIGHT INTO DEATH
11/18/1942 in Berlin

Gertrud Teppich, geb Herz, wurde am 12. Februar 1880 in Berlin geboren. Sie wuchs in der elterlichen Familie zusammen mit ihren beiden Brüdern Eugen und Max auf.

Am 14. Oktober 1903 heiratete sie den Unternehmer Richard Teppich. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor, Anita (geb. um 1906), die bereits mit Kinderlähmung zur Welt kam, wurde nur etwa anderthalb Jahre alt. Am 23. Februar 1909 wurde Ilse geboren. Die dritte Schwangerschaft verlief unglücklich. Gertrud Teppisch verlor das Kind kurz vor der Geburt. Schließlich wurde am 6. Dezember 1914 Ursula geboren. Die beiden Schwestern, Ilse und Ursula, sollten die Verfolgungen der Nationalsozialisten überleben. Eine weitere Schwangerschaft verlief unglücklich. Gertrud Teppisch verlor das Kind kurz vor der Geburt.

Die Familie wohnte in den 1930er Jahren in einer geräumigen Wohnung in der Luisenstr. 54.

1931 starb Gertrud Teppichs Ehemann Richard und wurde auf dem Friedhof Weißensee begraben.

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten emigrierten sowohl ihre beiden Brüder Eugen und Max als auch beide Töchter ins Ausland. Ursula Teppich gelangte in die Schweiz, während ihre Schwester Ilse mit ihrer Familie 1938 zunächst in die vermeintlich rettenden Niederlande flüchtete. Dort wurde die Familie nach der deutschen Besetzung in das Lager Westerbork eingewiesen und von dort später in das Ghetto Theresienstadt verschleppt. Es gelang ihnen, hier trotz der unmenschlichen Bedingungen bis zur Befreiung zu überleben. Gertrud Teppich blieb in Berlin. Ihre Wohnung wurde in den frühen 1940er Jahren zwangsverkauft, aber ihre Haushälterin kaufte die Wohnung und so konnte Gertrud Teppich dort bleiben.

Im Herbst 1942 drohte in Berlin auch Gertrud Teppich die Deportation nach Osten. Diesem Schicksal entzog sie sich, indem sie ihrem Leben – kurz vor ihrer Festnahme – am 18. November 1942 selbst ein Ende setzte.


Biographical Compilation

Wilfried Burkard