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Martha Moses (born May)

Stolpersteine für Martha und Dr. Alfred Moses. Copyright: Mauren Antkowski
LOCATION
Barbarossastr. 36

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
STONE WAS LAID
08/25/2014

BORN
01/24/1862 in Wrocław / Breslau (Schlesien)
DEPORTATION
on the 17th of March 1943 to Theresienstadt
MURDERED
05/18/1943 in Theresienstadt

Martha May wurde am 24. Januar 1862 als Tochter des Barbiers Josef May (???) und seiner Ehefrau in Breslau geboren. Über ihre Kindheit und Jugend wissen wir nichts. Sie war verheiratet mit dem "Partikulär" (selbstständiger Schiffseigner) Gersch Moses (???). Mit ihm wohnte sie am Blücherplatz 11 in Breslau. Es ist nicht bekannt, ab wann das Ehepaar in Berlin lebte. In Berlin kam jedenfalls am 7. März 1892 ihr Sohn Alfred zur Welt. Der Sohn Alfred machte das Abitur, begann mit einem Jurastudium in Berlin und nahm von August 1914 bis November 1918 am Zweiten Weltkrieg als Frontkämpfer teil. Nach Ende des Krieges studierte er in Erlangen weiter Jura und promovierte dort zum Dr. iur. Wann Martha Moses' Mann verstarb, konnte nicht ermittelt werden. Es ist davon auszugehen, dass er vor 1931 starb, denn von 1931 bis 1935 wohnte sie mit ihrem Sohn, der mittlerweile als Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Berlin-Mitte arbeitete, in der Möckernstraße 131 und ab 1936 in der Barbarossastraße 36. Ab März 1942 lebten sie zur Untermiete in der Bozener Straße 10 bei Herrn Gustav Stein in zwei Leerzimmern für eine Miete in Höhe von 120,-- RM. Am 15. August 1942 holte man ihren Sohn Alfred ab und deportierte ihn nach Riga. Dort ist er drei Tage nach seiner Ankunft ermordet worden. In ihrer Vermögenserklärung vom 6. Februar 1943 gibt Martha Moses in Unkenntnis des Mordes an ihrem Sohn an, dass Alfred "abgewandert" sei. Am 15. März 1943 wurde ihr die Verfügung über den gesamten Verlust ihres Vermögens zugestellt.
Martha Moses wurde am 17. März 1943 mit dem 4. großen Alterstransport nach Theresienstadt verfrachtet. Dort starb sie nur zwei Monate nach ihrer Ankunft am 18. Mai 1943.
Eine Inventarbewertung vom 27. März 1944 ergab eine Summe von 650,-- RM. Die Wohnungseinrichtung wurde an einen Händler für 385,-- RM weiterverkauft.


Biographical Compilation

Dr. Judith Hahn

Additional Sources

LABO, Jüdisches Adressbuch 1931; Volkszählungsdaten 1939