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Ursula Gross

Stolpersteine für Ursula Gross. Copyright: Wilfried Adam
LOCATION
Martin-Luther-Str. 65

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
STONE WAS LAID
08/27/2014

BORN
08/06/1914 in Kołobrzeg / Kolberg
OCCUPATION
Medizinstudentin
DEPORTATION
on the 29th of September 1942 from Nordrach (aus dem Lungensanatorium Rothschild) to Auschwitz o. Treblinka
MURDERED
in Auschwitz o. Treblinka

Ursula Gross kam am 6. August 1914 im westpommerschen Kolberg (heute: Kołobrzeg / Polen) zur Welt, einem beliebten Kur- und Badeort an der Ostsee. Sie war die einzige Tochter von Leo Gross und Helene geb. Walter. Ihr Vater war Arzt und führte in Kolberg eine eigene Praxis.
Nach dem Abitur im Jahr 1933 nahm Ursula Gross in Berlin ein Medizinstudium auf, das sie jedoch nicht abschließen konnte. Bei einem medizinischen Experiment infizierte sie sich und erkrankte an Lungentuberkulose. Es folgten Kuren und Sanatoriumsaufenthalte.
Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde sie aus einem Schweizer Sanatorium, das sie zuvor mehrmals behandelt hatte, entlassen. Zur weiteren Genesung reiste sie am 31. Mai 1940 in den Schwarzwälder Luftkurort Nordach, wo sich ein Lungensanatorium für jüdische Frauen befand, eine Stiftung Adelheid de Rothschilds aus dem Jahre 1903. Dort erfuhr Ursula Gross von der Deportation ihrer Eltern im November 1941.
Das Sanatorium wurde am 29. September 1942 geschlossen und Ursula Gross zusammen mit anderen Patientinnen, Pflegern und Ärzten deportiert. Mit einer Postkarte verabschiedete sie sich zuvor noch von ihrem Cousin Wolf Gross und dessen Familie. Sie schrieb darauf von ihrer Hoffnung, im Osten ihre Eltern wiederzusehen.
Das Ziel des Deportationszuges, in dem sich Ursula Gross am 30. September 1942 befand, ist heute nicht mehr zweifelsfrei zu klären. Der Weg führte von Karlsruhe über Darmstadt in das Vernichtungslager Treblinka oder nach Auschwitz. Vermutlich wurde sie unmittelbar nach der Ankunft ermordet.


Biographical Compilation

Dr. Judith Hahn

Additional Sources

Informationen des Cousins

Schellinger/ Oswald/ Hoferer: Deportiert aus Nordrach. Das Schicksal der letzten jüdischen Patientinnen und Angestellten des Rothschild-Sanatoriums, Nordrach 2009, S. 21, S. 42f.

Deportationsliste

http://www.alemannia-judaica.de/nor...