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Ingeborg Jacob

Ingeborg Jacob © OTFW
LOCATION
Sentastr. 3

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
STONE WAS LAID
12/19/2014

BORN
05/10/1925 in Berlin
FORCED LABOUR
Arbeiterin
at
??
DEPORTATION
on the 1st of March 1943 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Ingeborg Jacob kam am 10. Mai 1925 als Tochter eines Mannes namens Jacob und dessen Ehefrau Käthe Jacob, geborene Eppstein, in Berlin zur Welt. Wir wissen nicht, welche Schulen sie besuchte, noch kennen wir weitere Details aus ihrem Leben. Die Ehe ihrer Eltern kann nicht sehr lange bestanden haben, denn bereits Ende der 1920er Jahre heiratete ihre Mutter den selbstständigen Tabakhändler Siegbert Gorzelanczyk, der ebenfalls schon einmal verheiratet gewesen und mit seiner Frau Gertrud Lublin einen Sohn Heinrich hatte, der im Jahre 1924 zur Welt gekommen war. Aus der neuen Verbindung ging am 16. Mai 1929 der Halbbruder Hans hervor. Ihr Stiefvater Siegbert führte ab 1933 als selbstständiger Kaufmann ein Zigarren-, Zigaretten- und Tabakgeschäft in der Bernhardstraße 15 in Wilmersdorf. 1935 musste er das Geschäft aber aufgeben und arbeitete nun als Handelsvertreter. Die drei Kinder wuchsen gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Großeltern mütterlichseits, Margarete (s. dort) und Georg Eppstein, seit 1936 in der Sentastraße 3 auf. Ihr Großvater Georg starb am 11. Dezember 1940. Am 9. September 1942 holte man ihre Großmutter ab und deportierte sie zunächst nach Theresienstadt und anschließend nach Treblinka. Zuletzt wohnten die Gorzelanczyks in der Frobenstraße 27, wo auch Frieda und Arthur Herzfeld (s. dort) lebten. Ihr Halbbruder Heinrich konnte noch rechtzeitig mit einem Kindertransport entkommen. Man kann nur darüber spekulieren, weshalb man Ingeborg und ihrem Bruder Hans nicht auch die Emigration ermöglichte. Es könnte sein, dass Ingeborg dazu bereits zu alt und ihr Halbbruder Hans noch zu jung gewesen ist. Zu Beginn der 1940er Jahre wurde die erst 16- oder 17jährige Ingeborg Jacob noch zur Zwangsarbeit herangezogen.
Ingeborg wurde Ende Februar 1943 im Zuge der so genannten "Fabrikaktion" an ihrem Arbeitsplatz verhaftet und mit dem 31. Transport vom 1. März 1943 nach Auschwitz gebracht. Mit der erst knapp 18jährigen zusammen wurde auch die Nachbarin Frieda Herzfeld abgeholt. Ingeborgs Familie und der Nachbar Arthur Herzfeld folgten in dem darauf folgenden Deportationszug, dem 32. Osttransport vom 2. März 1943. Ob sich die Familie dort nochmals getroffen hat oder sie unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet wurde, ist nicht bekannt.
Der Halbbruder Heinrich überlebte und wohnt heute (Dezember 2014) in Oslo/Norwegen.


Biographical Compilation

Dr. Judith Hahn

Additional Sources

Volkszählungsdaten 1939; Deportationsliste