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Lieselotte Flatow

Stolperstein für Lieselotte Flatow; Foto: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka, 2016
LOCATION
Mommsenstr. 50

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg

BORN
11/18/1916 in Berlin
INHAFTIERT
from 1940 up to the 13th of June 1942 in Ravensbrück
DEPORTATION
on the 13th of June 1942 to Bernburg/Saale
MURDERED
06/13/1942 in Tötungsanstalt Bernburg

Lieselotte Flatow, genannt Lilo oder Liselott, wie in einem Brief von Emma Einstein vom 7. Juni 1951, wurde am 18. November 1916 in Berlin-Charlottenburg als Tochter von Walter Flatow geboren. Der Vater stand im Adressbuch von 1933: Flatow, Walter, Ladenbau, Kleiststr. 62.

Lieselotte war eine Freundin der Familie Einstein und lebte dort in der Mommsenstraße 50 über längere Zeit immer wieder. Ihr Vater Walter Flatow wanderte 1938 aus und lebte in England, in Shanghai und zuletzt in den USA zusammen mit seiner Tochter Kitty Flatow, der Schwester von Lieselotte.

Lieselotte wollte nicht auswandern, wohl wegen einer Liebesgeschichte. Sie bekam am 24. Juni 1939 ein Mädchen, das den Namen Bela Etta erhielt. Lieselotte wurde 1940 inhaftiert (nach den Nürnberger Rassegesetzen wegen sogenannter „Rassenschande“) und ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht.

Aus Ravensbrück wurde Lieselotte am 13. Juni 1942 nach Bernburg an der Saale weiterdeportiert, wo sie sofort nach ihrer Ankunft im Alter von 26 Jahren ermordet wurde. Die Tötungsanstalt Bernburg befand sich in einem abgetrennten Teil einer Heil- und Pflegeanstalt und war eine „Euthanasie“-Stätte der so genannten Aktion „T4“. Hier wurden fast 10 000 Kranke und Behinderte aus Fürsorge- und Pflegeeinrichtungen sowie rund 5 000 Häftlinge aus Konzentrationslagern mit Kohlenstoffmonoxid in einer Gaskammer ermordet.

Im Gedenkbuch des Konzentrationslagers Ravensbrück ist der Name Lieselotte Flatow verzeichnet auf Seite 203. In der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem liegt ein 2006 geschriebenes Erinnerungsblatt über sie vor, unterzeichnet von ihrer Tochter Bela Etta Flatow.

Lieselotte Flatows Tochter Bela Etta Flatow überlebte die Shoa durch die Hilfe von Emma und Ursula Einstein. Sie versteckten das Mädchen, indem sie abwechselnd in Berlin, Genthin und Garmisch lebten, unter dem Namen des damaligen italienischen Verlobten von Ursula Einstein. Bela Etta lebte 2016 in Guidonia bei Rom.


Biographical Compilation

Martina Berlin