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Emil Wölk

Fotografie von Emil Wölk; Fotorechte: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Stolperstein für Emil Wölk © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
LOCATION
Michaelkirchstr. 17

DISTRICT
Mitte – Mitte
STONE WAS LAID
November 2009

BORN
10/25/1903 in Zinten (Ostpreußen) / Kornewo
OCCUPATION
Maschinenschlosser
VERHAFTET
on the 17th of July 1944 in Berlin
EXCECUTED
11/13/1944 in Brandenburg-Görden

Ab 15 Uhr wird das Urteil vollstreckt werden. Ich bin weiterhin ruhig und gefaßt und gehe den letzten Gang in Gedanken daran, wie viele Menschen ihn schon vor mir gehen mußten...

Emil Wölk in seinem letzten Brief an die Familie

Emil Wölk wurde am 25. Oktober 1903 in Zinten (heute Kornewo) , im ehemaligen Ostpreußen als Sohn eines Landarbeiters und einer Wäscherin geboren und erlernte den Beruf eines Schlossers und Drehers. 1922 heiratete er Annegret Ramdor und ging mit ihr nach Thüringen. Emil Wölk wurde 1918 Mitglied des Spartakusbundes und 1920 Mitglied der KPD. Er gehörte dem Deutschen Metallarbeiterverband an und arbeitete in Gera, Erfurt und Jena. In den Jenaer Zeiss-Werken wählte man ihn zum Betriebsrat. 1933 - nach dem Verbot der KPD – wurde er verhaftet und wurde vier Monate in Schutzhaft genommen. Nach der Entlassung ging er aus Sicherheitsgründen nach Berlin und begann 1934 ein technisches Studium, das er 1938 erfolgreich mit einem Ingenieursexamen abschloß. Nach längerer Arbeitslosigkeit arbeitete er ab 1938 als technischer Angestellter später als Konstrukteur, bei der Sumt Vergaser AG in Berlin.

Seine Familie bestand inzwischen aus einem Sohn und zwei Töchtern, die er innig liebte. In der Sunt Vergaser AG organisierte er in wenigen Monaten eine illegale Betriebszelle und unterhielt Kontakt mit Anton Saefkow und Franz Jacob. Unter dem Decknamen „Albert“ stellte er weitere Verbindungen zum Thüringer Kommunisten Theodor Neubauer her. In Berlin stellten seine Frau Annegret und er ihre Wohnung für illegale Treffen zur Verfügung. Als die Sumt Vergaser AG in die besetzte Tschecheslowakei verlegt wurde und er nach Karoly Vary versetzt wurde, hielt er den Kontakt mit der Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe aufrecht. Er vermittelte damals Anton Saefkow eine Zusammenkunft mit dem Sozialdemokraten Alfred Veit. Emil Wölk wurde am 17. Juli 1944 festgenommen und am 20. September 1944 vom NS- Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 13. November 1944 wurde er im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.


Biographical Compilation

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten