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Cäcilie Götz (born Schmoller)

Stolperstein für Cäcilie Götz, Foto: OTFW
LOCATION
Kantstraße 32

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
04/07/2016

BORN
10/10/1874 in Tuchel (Westpreußen) / Tuchola
DEPORTATION
on the 25th of September 1942 to Theresienstadt
MURDERED
12/20/1942 in Theresienstadt

Cäcilie Götz geb. Schmoller, kam am 1. Oktober 1874 in Tuchel (heute: Tuchola/Polen) bei Marienwerder in Westpreußen zur Welt. Die seit 1938 verwitwete Jüdin wohnte in Berlin in der Kantstraße 32. Sicher handelte es sich bei ihrem verstorbenen Ehemann um Louis Götz, der laut Berliner Adressbuch von 1931 in der Kantstraße 32 als „Privatier“ im Vorderhaus in der 2. Etage wohnte und auch im Jüdischen Adressbuch von 1931 dort verzeichnet war.
Cäcilie Götz zog 1940/41 zu ihrem Bruder Salli (Salomon) Schmoller, der seit März 1939 Hauptmieter einer 4-Zimmer-Wohnung in der Dahlmannstraße 28 war. Salli Schmoller, ursprünglich selbstständiger Inhaber einer Ölgroßhandlung, lebte dort zusammen mit seiner Frau Dina, geb. Harlam. Neben seiner Schwester hatte er noch drei weitere jüdische Untermieter, die vermutlich zwangsweise bei ihm einquartiert worden waren.
Aus dieser sogenannten Judenwohnung in der Dahlmannstraße 28 wurde Cäcilie Götz zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) abgeholt und zunächst in die Sammelstelle Große Hamburger Straße 26 gebracht. Sie war kinderlos und bezog ausweislich ihrer Vermögenserklärung Unterstützungsleistungen von der jüdischen Wohlfahrt, irgendwelche Vermögenswerte besaß sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Am 25. September 1942 wurde sie zusammen mit Salli und Dina Schmoller von Berlin ins Ghetto Theresienstadt „zwangsverschickt“. Auf der „Transportliste“ war nur die 57-jährige Schwägerin Dina als arbeitsfähig eingestuft. Am 20. Dezember 1942 starb Cäcilie Götz in Theresienstadt, 68 Jahre alt, laut Todesfallanzeige des Ältestenrates des Ghettos an „Durchfall Enteritis“, der „Theresienstädter Krankheit“, bedingt durch grauenhafte sanitäre und hygienische Verhältnisse und eine katastrophal schlechte Ernährung.
Zu diesem Zeitpunkt waren ihr Bruder und ihre Schwägerin noch in Theresienstadt. Salomon und Dina Schmoller wurden später nach Auschwitz weiterdeportiert und dort am 16. Mai 1944 ermordet. Ihre in die USA emigrierten Söhne Heinz (Henry) und Fritz (Fred) gaben als Hinterbliebene eine Todesanzeige für Salli Schmoller in der New Yorker Emigrantenzeitung „Aufbau“ vom 7. September 1945 auf.


Biographical Compilation

Renate Citron-Piorkowski