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Margot Binasch

Stolperstein für Margot Binasch - Bild: Stolpersteingruppe Pankow
LOCATION
Prenzlauer Promenade 178

DISTRICT
Pankow – Pankow
STONE WAS LAID
03/22/2017

BORN
09/22/1923 in Berlin-Pankow
FORCED LABOUR
Arbeiterin
at
Fa. Kurt Seidel, Bülowstraße 66, Berlin
DEPORTATION
on the 4th of March 1943 from Prenzlauer Promenade 178 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Margot Binasch wurde am 22. September 1923 in Berlin-Pankow geboren, ihre Schwester Dora 1927 in Berlin-Weißensee. Die Eltern waren Erich und Ida Binasch, geborene Vandamme. Über Margots Kindheit wissen wir leider nichts. Schon früh haben sich die Eltern scheiden lassen. Ob diese Scheidung damit zu tun hatte, dass die Mutter sogenannte Arierin war und der Vater Jude, ist nicht bekannt. Während der Nazizeit galt eine solche Ehe als Mischehe, und beide Ehepartner wurden unter Druck gesetzt, eine Scheidung herbeizuführen. Ida Binasch nahm nach der Scheidung ihren Mädchennamen „Vandamme“ wieder an, während die beiden Töchter den Familiennamen „Binasch“ behalten mussten.
Der Vater, Erich Binasch, war 1899 als jüngstes von vier Kindern in Berlin-Weißensee geboren worden. Sein Vater Karl arbeitete als Kultus- und Verwaltungsbeamter auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee. Erich Binasch selbst wurde Kraftwagenführer und wohnte zunächst mit seiner Familie ganz in der Nähe, in der Prenzlauer Promenade 191. Im Jahr 1932 heiratete Erich Binasch ein zweites Mal in Berlin-Wilmersdorf. Als seine letzte Adresse in Berlin wurde die Wichertstraße am Prenzlauer Berg angegeben. Erich Binasch wurde am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Fast seine gesamte Familie wurde in Auschwitz ermordet.
In der Prenzlauer Promenade 178 wohnten seit 1913 die Großmutter der beiden Mädchen und andere Mitglieder der Familie Vandamme. Hier lebte in den 1930er-Jahren auch Ida Vandamme mit ihren Töchtern Margot und Dora. In der Volkszählung von 1939 ist die Großmutter und Witwe Marie Vandamme als Haushaltsvorstand der Familie eingetragen. Im Berliner Adressbuch von 1939 ist aber auch Ida Vandamme als Arbeiterin in der Prenzlauer Promenade 178 vermerkt.
Nachdem die Deutschen den Krieg begonnen hatten, wurde im Jahr 1940 die gesamte Industrie auf Kriegswirtschaft umgestellt. So wurden auch die beiden Mädchen als sogenannte Halbjüdinnen zur Zwangsarbeit verpflichtet. Margot musste bei der Firma Kurt Seidel in der Bülowstraße 66 arbeiten. In dieser Firma wurden Militärausrüstungen hergestellt.
Im Januar 1943 wurden Margot und Dora Binasch während ihrer Arbeit, im Zuge der sogenannten Fabrikaktion, verhaftet worden. Diese Aktion wurde gleichzeitig ohne Vorankündigung in allen Berliner Fabriken, in denen „jüdische“ und auch „halbjüdische“ Menschen arbeiten mussten, von der Gestapo durchgeführt. Nur wenige Personen sind vorher gewarnt worden und konnten sich retten. Die Menschen wurden, zum Teil auf offenen Lastwagen, direkt aus den Fabriken zu den Sammelstellen transportiert. Als Margot längst tot war, wurde im Juni 1943 vom Obergerichtsvollzieher in Berlin noch ein Formular zu „Inventar und Bewertung“ ausgefüllt. Darin heißt es: „Die Jüdin Binasch wohnte bei ihrer Großmutter und hatte selbst nichts außer ihrer Kleidung.“
Am 4. März 1943 wurden Margot und Dora Binasch von Berlin nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Margot war bei der Deportation 19 Jahre alt.


Biographical Compilation

Stolpersteingruppe Pankow