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Joost Pinto

Stolperstein Joost Pinto Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
Todesanzeige Sophie Jessurun d'Oliveira Bild: Familienaufzeichnungen, Erinnerungen, Fotos und Dokumente von Sylvie Kervella-Perlberger und Annett Rubner-Weissfeld
LOCATION
Weimarische Straße 4

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
STONE WAS LAID
04/25/2018

BORN
01/29/1903 in Amsterdam
OCCUPATION
Journalist
ESCAPE
1939 Holland
INTERNIERT
from the 20th of April 1943 in Westerbork
DEPORTATION
on the 27th of April 1943 to Sobibor
MURDERED
04/30/1943 in Sobibor

Joost Pinto wurde am 29. Januar 1903 in Amsterdam als Sohn von Isodore Louis und Sophie Pinto geboren. Er hatte noch eine Schwester mit Namen Annie. Über sein Leben in Berlin, seine journalistische Tätigkeit und die Umstände der Begegnung mit Hella Weissfeld, die er 1939 heiratete, existieren keinerlei überlieferte Informationen. Im niederländischen „Algemeen Handelsblad“ erschien am 1. März 1932 eine Anzeige, in der die Verlobung von Flora Ockersen und Joost Pinto bekannt gegeben wurde. Über eine spätere Eheschließung existieren allerdings keine Dokumente. Flora Ockersen wurde 1942 im Alter von 31 Jahren in Auschwitz ermordet.
Joost Pintos Familie mütterlicherseits kam aus einer uralten portugiesisch-spanischen Familie, deren Geschichte sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Es waren die Jessuruns. Joosts Mutter trug den klangvollen Mädchennamen Sophie Jessurun d’Oliveira. Die Nachkommen der Jessuruns siedelten sich in Hamburg und Amsterdam an. Joosts Familie brachte interessante Persönlichkeiten hervor. Sein Großvater mütterlicherseits, Abraham de Jessurun d’Oliveira war Textschreiber und Librettist, seine erste Frau Sophia Jonkers Operettensängerin. Außerdem nahm der Großvater 1908 als Turner an den Olympischen Spielen teil.
Die Gestapo ergriff Hella und Joost in Amsterdam zu unterschiedlichen Zeitpunkten, zuerst wurde Hella am 7. November 1942 verhaftet und in Westerbork interniert, danach Joost am 20. April 1943.
Hella Pinto verbrachte nur drei Tage im Ghetto. Am 10. November 1942 wurde sie nach Auschwitz deportiert und am 13. November ermordet. Joost Pinto blieb sieben Tage in Westerbork gefangen. Am 27. April 1943 wurde er in das Vernichtungslager Sobibór im südöstlichsten Polen deportiert und am 30. April 1943 ermordet. Insgesamt wurden 30.000 Menschen zwischen Anfang März und Ende Juli mit 19 Transporten von Westerbork nach Sobibór verschleppt.
Die drei Tage zwischen dem Beginn der Deportation und ihrer Ermordung werden Hella und Joost in den überfüllten Viehwaggons Richtung Polen verbracht haben. Sie wurden mit Sicherheit gleich nach ihrer Ankunft in den Lagern umgebracht.
Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ war ein von den nationalsozialistischen Besatzern in den Niederlanden eingerichtetes zentrales Durchgangslager für die Deportation niederländischer und sich in den Niederlanden aufhaltender deutscher Juden in andere Konzentrations- und Vernichtungslager. Westerbork war der Ort, an dem von der SS fast alle Transporte zusammengestellt wurden.
Die Familie Pinto verlor 1943 mehrere Mitglieder in den Gaskammern von Sobibór.


Biographical Compilation

Karin Sievert

Additional Sources

Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
Erinnerungszentrum Kamp Westerbork
Familienaufzeichnungen und Foto von Sylvie Kervella - Perlberger
http://www.jewishencyclopedia.com/a...
https://www.geni.com/people/Sophie-...