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Bertha Isaacsohn (born Karpf)

Stolperstein Bertha Isaacsohn, Foto: OTFW
LOCATION
Mommsenstr. 47

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
02/22/2019

BORN
09/01/1897 in Erlangen
DEPORTATION
on the 26th of September 1942 to Raasiku
LATER DEPORTED
on the 23rd of August 1944 to Stutthof
MURDERED
01/09/1945 in Stutthof / Außenlager Heiligenbeil

Bertha Isaacsohn wurde als Bertha Karpf am 1. September 1897 in Erlangen geboren. Sie war das jüngste Kind von Josef Karpf und seiner Frau Regina, geb. Weinberg, beide aus Gersfeld. Josef Karpf war Zigarrenfabrikant. 1887 zog er nach Erlangen. Bertha hatte fünf Geschwister: Henriette, David und Rosa wurden 1882, 1883 und 1886 in Gersfeld geboren. Zwei weitere, Julius und Max, kamen 1888 und 1890 in Erlagen zur Welt, nachdem die Familie dorthin umgesiedelt war. Der Umzug war möglicherweise die Folge eines Feuers, dass im Mai 1886 – Rosa Karpf war zwei Monate alt – in Gersfeld ausbrach und auch die Tabakfabrik von Karpf und Frank zerstörte: „… von besonders erheblichem Werte waren die in der Tabakfabrik aufgespeicherten Vorräte an Zigarren und Tabak, von denen auch nicht das Geringste gerettet werden konnte“, heißt es in der Zeitschrift „Der Israelit“. In Erlangen widmete sich Josef Karpf erneut dem Tabakgeschäft. 1901 siedelte die Familie dann nach Nürnberg um.
Im Januar 1915 – Bertha war 17 Jahre alt – fiel ihr Bruder Max bei Réméreville. Bertha verbrachte die nächsten Jahre in Nürnberg. Ihr Bruder David gab später an, dass sie als Krankenpflegerin arbeitete. Am 5. April 1927 heiratete sie Walter Stiassny. Ein Jahr später starb ihr Vater Josef Karpf. 1935 wurde Berthas Ehe mit Walter Stiassny für aufgelöst erklärt. Im Jahr darauf meldete sich Bertha nach Chemnitz ab, weit von Nürnberg entfernt, vielleicht im Rahmen ihrer Arbeit als Krankenpflegerin. Berthas Mutter Regine Karpf blieb in Nürnberg, sie starb im Juni 1937. Am 13. Mai 1938, im Alter von 40 Jahren, heiratete Bertha in Chemnitz in zweiter Ehe Adolf Isaacsohn.
Anfang 1939 gingen Adolf und Bertha Isaacsohn nach Berlin, vermutlich sich um die Papiere für die geplante Auswanderung zu kümmern. Am 17. Mai 1939, dem Tag der Volkszählung, bei der Juden in einer eigenen Kartei erfasst wurden, wohnten sie zur Untermiete in der Mommsenstraße 47. Die Wohnung in Chemnitz behielt Adolf wohl zunächst, denn auch dort wurden sie im Zensus registriert. Die Auswanderung scheiterte jedoch, wahrscheinlich kam der Kriegsausbruch dazwischen. Bertha und Adolf blieben in Berlin.
In ihrer Vermögenserklärung 1942 gab Bertha an, sie sei geschieden. Seit Dezember 1941 wohnte sie, sicher nicht freiwillig, in der Mommsenstraße 3, zur Untermiete bei Moses Baehr. Adolf Isaacsohn war inzwischen, möglicherweise nachdem die Ehe geschieden wurde, in das Jüdische Altersheim in der Gerlachstraße 18/21 eingewiesen worden. Am 26. September 1942 wurde Bertha Isaacsohn nach Raasiku in Estland deportiert. Sie gehörte zu den zur Zwangsarbeit „Selektierten“, wurde am 23. August 1944 in das KZ Stutthof weiterverschleppt und in Heiligenbeil, einem Außenlager von Stutthof, am 9. Januar 1945 ermordet.
Berthas letzter Vermieter, Moses Baehr, Jahrgang 1868, wurde wenige Monate nach ihr, am 20. November 1942, nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet.


Biographical Compilation

Recherchen/Text: Micaela Haas

Additional Sources

Chemnitzer Adressbücher; Landesarchiv Berlin; Stadtarchive in Erlangen, Gersfeld und Chemnitz; Yad Vashem, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer