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Alexander Prinz

LOCATION
Barbarossastr. 56

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
STONE WAS LAID
05/08/2019

BORN
02/04/1892 in Preußisch Stargard / Starogard Gdański
DEPORTATION
on the 19th of April 1943 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Alexander Prinz wurde am 4. Februar 1892 in Preussisch-Stargard (heute: Starogard Gdański / Polen) im damaligen Westpreußen geboren. Er hatte noch einen Bruder namens Hugo.

Alexander Prinz war Kaufmann und verheiratet mit Frieda Prinz, geb. Flatauer, laut Standesamturkunde am 30. Juli 1928. Zu diesem Zeitpunkt lebte er in Görlitz, sein Frau in Schneidemühl.
Frieda kam am 14. Juni 1906 in Filehne (Wieleń) im Bezirk Posen zur Welt, als Tochter von Leo Flatauer, geboren am 7. Dezember 1878 in Filehne, und dessen Ehefrau Selma, geboren am 18. Juni 1880 als Selma Loesser in Tütz (Tuczno). Sie hatte noch zwei Geschwister, über die nichts weiter bekannt ist.

Alexander Prinz lebte einige Jahre in Görlitz. Dort war er als Einkäufer in einem Warenhaus tätig. Ende der 1920er-Jahre übernahm er mit seinem Bruder Hugo ein Geschäft, höchstwahrscheinlich ein Warenhaus, in Lauenburg (Lębork) in Pommern, für das er von seinen Schwiegereltern ein Darlehen von 15.000 RM bekam. In Lauenburg kam am 24. September 1930 die Tochter Ellen zur Welt.

Nach der Übersiedlung nach Berlin, für die es keine genauen Daten gibt, wohnte die kleine Familie in der Barbarossastr. 56 in Schöneberg, im Berliner Adressbuch ist sie dort seit 1933 aufgeführt. Vor dieser letzten frei gewählten Wohnstätte sind die Stolpersteine für Frieda, Alexander und Ellen Prinz verlegt worden.

Die Eltern von Frieda Prinz emigrierten nach Palästina und ließen sich in Cholon, einer Stadt südlich von Tel Aviv, nieder. Sie versuchten verzweifelt, ihrer Tochter mit ihrer Familie ebenfalls die Emigration zu ermöglichen.

Alexander Prinz schätzte die Gefahr, die durch die Nazis bestand, zu lange falsch ein, später war es durch das Ausreiseverbot für Juden und den Zweiten Weltkrieg nicht mehr möglich zu emigrieren.

Laut Bundesarchiv mussten Alexander und Frieda Prinz ab Herbst 1941 im sogenannten Reichsarbeitsdienst Zwangsarbeit leisten. Welche Tätigkeiten sie dabei ausführen mussten, ist nicht bekannt. Ab 1942 waren sie gezwungen, bei Glaser in der Würzburger Straße 7 zur Untermiete zu wohnen.

Alexander Prinz und seine Tochter Ellen wurden mit dem „37. Osttransport“ am 19. April 1943 nach Auschwitz deportiert; Frieda Prinz war schon am 1. März 1943, vermutlich im Rahmen der „Fabrik-Aktion“, mit dem „31. Osttransport“ nach Auschwitz verschleppt worden.

Laut einem Schreiben des Entschädigungsamtes und anderen Quellen starben Alexander und Ellen Prinz am 30.06.1943 in Auschwitz. Diese Daten sind allerdings nicht überprüfbar und wurden eventuell nachträglich festgelegt. Offiziell gelten Alexander und Ellen Prinz als verschollen.

Frieda Prinz wurde nach Aussagen verschiedener Personen im KZ Bergen Belsen, Lager 3, Nr. 6 noch im März 1945 gesehen; dies bestätigten auch ihre Eltern. Sollte dies zutreffen, ist sie vermutlich auf einem der Todesmärsche von Ausschwitz nach Berger-Belsen gewesen. Ihr Todesdatum wird für Anfang April 1945 vermutet.

Hugo Prinz, der Bruder von Alexander, überlebte den Holocaust. Er stellte Wiedergutmachungsansprüche und erhielt für seinen Bruder, der von Herbst 1941 bis März 1943 Zwangsarbeit leisten musste, eine Zahlung von 2700 DM.

Das Ehepaar Flatauer stellte in den 1950er-Jahren von Israel aus mittels Anwälten Entschädigungsansprüche. Ihnen wurde eine Rente zugesprochen


Biographical Compilation

Koordinierungsstelle Stolpersteine im Museum Tempelhof-Schöneberg

Additional Sources

LABO Berlin
Standesamteintrag