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Natalie Grodzenski (born Masslanka)

LOCATION
Martin-Luther-Str. 122

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
STONE WAS LAID
07/12/2019

BORN
07/23/1882 in Lodz / Łódź
DEPORTATION
on the 13th of January 1942 to Riga
MURDERED
in Riga

Natalie Grodzenski (auch Natalja Grodzienska) wurde am 23. Juli 1882 als Tochter von David und Zysla Masslanka in Lodz in Polen geboren.
Über ihr Leben ist nur wenig bekannt. Sie war verheiratet mit dem Kaufmann Josef Grodzenski, geboren am 18. September 1879 in Moskau. Laut einer Meldekarte aus dem Staatsarchiv Lodz zog das Ehepaar zusammen mit zwei weiteren Personen am 20. September aus der Stadt Sopot in Pommern nach Lodz. Seit spätestens 1928 lebten die Eheleute Grodzenski in Berlin, wo Josef Grodzenski einen Tabakgroßhandel führte. In den Berliner Adressbüchern ist der Kaufmann bis 1931 in der Niebuhrstraße 58 verzeichnet, ab 1932 in der Lutherstraße 46 (heute etwa auf der Höhe Keithstraße 6).
Am 17. Dezember 1936 zeigte Natalie Grodzenski vor dem Standesamt Charlottenburg an, dass ihr Ehemann Josef am Morgen dieses Tages verstorben war. In den Adressbüchern hatte er bis 1940 immer noch einen Eintrag als Kaufmann in der Lutherstaße 46, unklar ist, ob Natalie Grodzenski das Geschäft ihres Mannes weiterführte. 1938 ist sie jedenfalls mit dem Zusatz „Tabakwarenhandlung“ in der Lutherstraße 46 verzeichnet, ebenso wie ihr verstorbener Mann. Laut Adressbuch von 1939 führte Natalie Grodzenski einen „Modesalon“ an ihrer Adresse.
Vor ihrer Deportation musste Natalie Grodzenski zwangsweise in die Passauer Straße 6–7 ziehen, sie wohnte dort zur Untermiete bei Else Berger in einem möblierten Zimmer und besaß auch sonst fast nichts mehr. Höchstwahrscheinlich wurde sie zur Zwangsarbeit verpflichtet, in der Transportliste wird sie als Arbeiterin und „arbeitsfähig“ aufgeführt. Sicherheiten für die Reichsfluchtsteuer hatte sie ebenfalls nicht hinterlegen können, wie das Finanzamt Schöneberg am 28. September 1943 feststellte.
Natalie Grodzenski wurde mit dem „8. Osttransport“ am 13. Januar 1942 nach Riga deportiert und dort in den ersten Tagen nach der Ankunft ermordet.


Biographical Compilation

Recherchen: BA Schöneberg und Helga Gläser
Text: Uwe Niethammer/Helga Gläser

Additional Sources