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Erna Selten (born Ruhemann)

LOCATION
Traunsteiner Str. 10

DISTRICT
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
STONE WAS LAID
February 2020

BORN
04/09/1894 in Berlin
ESCAPE
1938 in die USA
SURVIVED

Erna Selten, geborene Ruhemann wurde am 9. April 1894 in der Gneisenaustraße 112 als Tochter von Jacques und Betty Ruhemann geboren. Der Vater hatte in Kreuzberg eine Tapetenfabrik.
Sie lernte ihren Mann Dr. Franz Selten in der Oper kennen und heiratete ihn am 23. April 1912 im Alter von 18 Jahren.
Als Franz im Ersten Weltkrieg schwer verwundet wurde, pflegte sie ihn gesund, denn sie arbeitete als Krankenschwester während des Krieges.
Am 11. Mai 1917 kam die gemeinsame Tochter Eva Maria zur Welt.
Die Familie lebte in guten finanziellen Verhältnissen, pflegten ein intensives Kulturleben und fuhren regelmäßig in Urlaub. Bei Hauskonzerten in ihrer Wohnung in der Traunsteiner Straße 10 war sogar der junge Yehudi Menuhin zu Gast. Erna sang darüber hinaus im Philharmonischen Chor.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten änderte sich ihr Leben schlagartig; Franz Selten verlor seine Zulassung als Rechtsanwalt und Notar. Der wirtschaftliche Niedergang der Familie begann dadurch.
Die Tochter Eva wurde schon im Herbst 1933 nach Wales in ein Internat geschickt, nachdem sie Schikanen in der Schule erlitten hatte.
Eva Maria wollte Ärztin werden.
1938 emigrierte Erna Selten nach New York. Warum ihr Mann nicht mitkam ist unbekannt; verschiedene Gründe sind möglich.
Franz wurde am 31. August 1942 nach Theresienstadt deportiert wo er am 11. Februar 1943 offiziel an Herzinsuffizienz und Kräfteverfall verstarb. Er wurde 61 Jahre alt.
Erna Selten kam nach dem Krieg mit der US-Armee als Dolmetscherin nach Berlin zurück. Am 16. Juni 1947 besuchte sie den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess.
Ebenfalls besuchte sie ihre Tochter Eva, die inzwischen in Schottland geheiratet hatte und zweifache Mutter war.
Das tragische Ende ihres Lebens war am 12. Dezember 1948 in New York durch Suizid.


Biographical Compilation

Renate Kratschmer, zusammengestellt durch die Koordinierungsstelle Stolpersteine des Museums Tempelhof-Schöneberg