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Olga Henriette Lehmann (born Löser)

Stolperstein Olga Henriette Lehmann © B. Wittkopf
LOCATION
Bismarckstr. 5

DISTRICT
Steglitz-Zehlendorf – Steglitz
STONE WAS LAID
12/06/2019

BORN
12/08/1873 in Provinz Hessen-Nassau
DEPORTATION
on the 14th of September 1942 from Berlin Güterbahnhof Moabit to Ghetto Theresienstadt
LATER DEPORTED
on the 16th of May 1944 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Am 7. Dezember 1873 wurde Olga Henriette Löser in der zum Königreich Preußen gehörenden Provinz Hessen-Nassau geboren. Sie war die Tochter von Gütele Clara Löser, geb. Bauer (geb. 1845 Hainsfarth/Landkreis Donau-Ries/Bayern) und ihrem Ehemann Simon (geb. 1827 in Fulda).
Stationen ihres frühen Lebensweges sind nicht bekannt. Im April 1897 heiratete sie in Fulda den Planungsingenieur Ernst Jakob Gronau (geb. 1867 in Berlin). Im Jahr 1898 wurde mit Herta die erste, im Jahr 1903 mit Elisabeth die zweite Tochter geboren.
Neue berufliche Aufgaben führten Ernst Jakob Gronau und die Familie immer wieder in andere Städte, auch außerhalb des Deutschen Reiches. Beispielsweise hielt sich die Familie Gronau zwischen 1906 und September 1908 in der Schöneberger Rosenheimer Straße 11 auf. Im Mai 1919 starb Ernst Jakob Gronau im Alter von 62 Jahren in Offenburg/Baden.
Für die verwitwete Olga Henriette Gronau wurde Berlin der neue Lebensmittelpunkt. Am 11. Februar 1922 heiratete sie in Berlin-Steglitz den Amtsrichter Dr. Georg Lehmann, der sich für die Zeit des Ruhestandes ebenfalls in Berlin niedergelassen hatte. Beide wohnten ab etwa 1922 in einem Mehrfamilienhaus in der Bismarckstraße 5 (Ecke Sachsenwaldstraße) in Steglitz. Noch im Mai 1939 lebten sie dort, wie den Angaben zur Volkszählung im Deutschen Reich vom 17. Mai 1939 entnommen werden kann. Als jüdische Bewohner wurden sie in diesem Haus auf Dauer allerdings nicht geduldet und zur Räumung der 4-Zimmer-Wohnung gezwungen. Die antijüdische Mietergesetzgebung vom April 1939 bot hierzu eine Handhabe.
Ihre weiteren Wohnorte sind nicht lückenlos bekannt. Aus Briefen Olga Lehmanns geht hervor, dass sie 1941 als Untermieter in der Schöneberger Freisinger Straße 5 a lebten. Im Jahr 1942 wechselten sie erneut die Unterkunft und zogen in die nahe gelegene Eisenacher Straße 29 zu Gertrud Falk, geb. Redlich. Diese wurde am 5. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und im September in Treblinka ermordet.
Im Verlauf des Monats August mussten auch Georg und Olga Lehmann ihr Zimmer räumen. Zwangsweise wurden sie im ehemaligen jüdischen Altersheim in der Gerlachstraße 18/21 (bis 1938: Lietzmannstraße) einquartiert. Für die Transporte nach Theresienstadt diente diese Einrichtung als Sammellager.
Am 14. September 1942 wurde Olga Henriette Lehmann zusammen mit ihrem Ehemann nach Theresienstadt deportiert. Dem „2. großen Alterstransport“, der vom Güterbahnhof Moabit (Putlitzstraße) in das im böhmischen Protektorat liegende Ghetto führte, gehörten 1000 Berliner Juden an. Olga Henriette Lehmanns Ehemann Georg starb elf Tage nach der Ankunft im Ghetto am 26. September 1942, während sie dort weiterhin unter erbärmlichsten Bedingungen bis Mai 1944 gefangen gehalten wurde. Am 16. Mai 1944 deportierte man Olga Henriette Lehmann in einem 2500 Menschen umfassenden Transport in das Vernichtungslager nach Auschwitz.
Olga Henriette Lehmanns Töchter aus ihrer ersten Ehe emigrierten nach Südamerika, die eine im Jahr 1922, die andere 1937.


Biographical Compilation

Barbara Wittkopf

Additional Sources

Datenbank Theresienstadt
https://www.holocaust.cz/de/opferda...
BArch, R 1509 Reichssippenamt. Ergänzungskarten für Angaben über Abstammung und Vorbildung aus der Volkszählung vom 17.05.1939