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Ingeborg Nanny Austin (born Bock)

Stolperstein Ingeborg Nanny Bock © Lisa Marie Freitag
LOCATION
Seydlitzstr. 40

DISTRICT
Steglitz-Zehlendorf – Lankwitz
STONE WAS LAID
06/03/2021

BORN
08/29/1923 in Berlin-Schöneberg
OCCUPATION
unbekannt
ESCAPE
Kindertransport 1939 England
SURVIVED

Ingeborg Nanny Bock wurde am 29. Januar 1923 in Berlin-Schöneberg als einziges Kind von Max und Ilse Bock geboren. Die Eltern stammten aus Mecklenburg-Vorpommern und lebten bereits seit einigen Jahren in Berlin. Ab circa 1929 wohnte Ingeborg Nanny mit ihren Eltern in der Seydlitzstraße 40 in Berlin-Lankwitz.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Verschärfung des nationalsozialistischen Terrors kam Ingeborg Nanny am 17. Januar 1939, gemeinsam mit ihren Cousinen Lilly Segel und Marianne Rothwellm (beide geb. Bock) sowie mit ihrem Cousin Werner Bock , mit einem Kindertransport nach England. Diese Flucht wurde ihr durch die Hilfe der „Gesellschaft der Freunde“ (the Quakers) ermöglicht. In Manchester kam sie zunächst bei einer Pflegefamilie unter. Dort baute sie sich schließlich ein neues Leben auf.
Am 21. Juli 1945 heiratete sie Raymond William Austin. 1946 wurde die gemeinsame Tochter Barbara Susan geboren. Die Familie wohnte in Knutsford/Chesire in England.
Ingeborg Nannys Mutter, Ilse Bock, kam während des Zweiten Weltkrieges in Auschwitz ums Leben. Ihr Vater, Max Bock, konnte der Deportation und Ermordung nur durch die Hilfe von Freunden – auch jene seiner Tochter – entgehen. 1948 kam es zu einem Wiedersehen mit dem Vater in England.
Über das weitere Leben von Ingeborg Nanny Austin ist nichts bekannt.


Biographical Compilation

Lisa Marie Freitag

Additional Sources

Aussagen einer Nachfahrin der Familie Bock.
Bock, Ilse (374.272, Akte aus dem Entschädigungsamt Berlin).
Buddrus, Michael/Fritzlar, Sigrid: Juden in Mecklenburg 1845-1945. Lebenswege und Schicksale. Ein Gedenkbuch (= 2 Bände). Schwerin 2019.
Ilse Bock. Page of Testimony. Martyrs’ and Heroes’ Remembrance Authority. (Yad Vashem).
Private Papers of M Bock (Tagebuch von Max Bock aus dem Jahr 1945), archiviert in der Sammlung des Imperial War Museums in London/Großbritannien.