Hans Pander

Location 
Büsingstr. 5
District
Friedenau
Stone was laid
2020
Born
1883
Occupation
Fachjournalist für Kinotechnik
Deportation
on 29 January 1943 nach Auschwitz
Murdered
in Auschwitz

    Hans Pander, geboren am 16.01.1883 in Bremen war ein auf Kinotechnik spezialierter Fachjournalist, der in den 1920er Jahren zahlreiche Fachbücher und Fachbeiträge in Fachzeitschriften (z.B. der Bildwart 1923-1934) veröffentlichte. Weitere Publikationen umfassten u.a. Lehrbücher (z.B. Kinomatographische Unterrichtskurse für Anfänger (1928).<br />
    Zusammen mit Svend Noldan hatte er 1921 ein Patent angemeldet zum Herstellen von Kino-Trick-Filmen. "Die Erfindung betrifft ein kinomatographisches Trickverfahren, das dazu dienen soll die echte Naturszene und einer trickmäßig bewegten Naturszene...., dass dessen Vorführung einen einheitlichen Vorgang vortäuscht". Möglicherweise hat er auch selbst Filme gedreht oder in einem Studio gearbeitet. Zeitzeugen erwähnten, sein Sohn Wolfgang Pander sei in den 1930er Jahren ein Zeit lang "Regieassistent im Filmstudio seines Vaters gewesen".<br />
    Hans Pander war zweimal verheiratet. In erster Ehe war er mit Käthe Blum, geboren 1890, ermordet am 7.5.1942 in Chelmno (Kulmhof) verheiratet, von der er 1927 geschieden wurde.<br />
    Mit ihr hatte er drei Kinder: Eva, geboren 1915 in Berlin, gestorben 1991; Wolfgang, geboren am 12.2. 1917, ermordet am 3.12.1942 in Berlin-Plötzensee und Helmut, geboren 1922 ebenfalls in Berlin und am 31.3.1948 in Palästina gestorben.<br />
    <br />
    Im April 1927 heiratete Hans Pander Käthes Schwester Else, geboren 1894, deren erste Ehe mit dem Naturwissenschaftler und Pferdesportjournalisten Dr. Richard Sternfeld (1884-1943) einige Monate vorher geschieden worden war. Hans Pander zog zu Else und deren Kinder Lore und Hans Sternfeld (Freitod 1937) in die Kirchstraße 9, der heutigen Smiljanstraße in Berlin-Friedenau, wo sie bis 1933 gemeldet waren. Ab 1934 wohnte die Familie Pander-Sternfeld in der Büsingstraße 5, ebenfalls in Friedenau. Else und Hand Pander hatten Kontakt zu kommunistischen Gruppen. Es wird berichtet, dass in ihrer Wohnung auch nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 marxistische Schulungen unter Leitung des KPD-Anhängers Hans Seigewasser (1905-1979) stattfanden, an denen auch die Söhne des Ehepaars Else und Hans Pander teilnahmen.<br />
    Die Familie wohnte in der Büsingstraße 5 bis 1941. Ab Mai 1941 wohnter er, seine Frau und deren Tochter Lore zur Untermiete in der Wohnung von Alexander Zutrauen (1876-1943) und seiner Frau Else, geborene Hoch (1973-1943) in Berlin-Wilmersdorf, Bregenzer Straße 3, 1OG. Seit ca. 1941 musste Hans Pander bei der Ehrich & Graetz AG in Berlin-Treptow Zwangsarbeit leisten. <br />
    am 29. Januar 1943 wurden Hans Pander, Else Pander, Lore Sternfeld und das Ehepaar Zutrauen mit dem 27. Osttransport nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.<br />
    <br />
    Hans Panders erste Frau Käthe Pander war zuletzt in der Uhlandstraße 40/41 bei Broh, Gartenhaus, 3.OG gemeldet. Sie wurde am 18.10.1941 (dem 1. Transport vom Bahnhof Grunewald) nach Lodz/Litzmannstadt deportiert und am 7.Mai 1942 in Chelmno/Kulmhof ermordet,<br />
    Tochter Eva Pander konnte mit der Hilfe der jüdischen Hilfsorganisation Jugend Aliyah Ende der 1930er Jahre nach Großbritannien emigrieren und ist dort in der Grafschaft Devon 1991 gestorben. <br />
    <br />
    Sohn Wolfgang Pander lebte abwechselnd bei der Mutter und beim Vater und begann nach dem Besuch von verschiedenen Schulen, u.a. der Neukölner Rütli Schule un dem erzwungenen Abgang vom Gymnasium eine Lehre zum Dreher und Autoschlosser. Vor 1933 war er Mitglied der KJVD. 1937 wurde er nach dem Versuch des illegalen Grenzübertritts in die Tschechoslowakei verhaftet und war zwei Jahre u.a. in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau inhaftiert. Nach seiner Freilassung bemühte er sich um die Auswanderung nach Palästina. Als diese nach Ausbruch des 2. Weltkrieges unmöglich wurde, schloss sich Wolfgang Pander einer Gruppe von ehemaligen Mitschülern der Rütli Schule an, die im Untergrund antifaschistische und kriegskritische Flugblätter herstellten und verteilten. Im Juli 1941 wurde die Gruppe verhaftet. Am 9. Oktober 1942 fand ein Schauprozess gegen die Gruppe vor dem Volksgerichtshof statt. Die Anklage lautete auf Hochverrat. Hans Pander versuchte sich vergeblich für seinen Sohn einzusetzen. Am 3. Dezember 1942 wurde Wolfgang Pander in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Am 31. 10.2019 wurde für ihn an seinem letzten Meldeort, Kommandantenstraße 68/69 heute: Neue Grünstraße 1, ein Stolperstein verlegt.<br />
    <br />
    Sohn Helmut Pander konnte mit Hilde der Jugend Aliyah Ender der 1930er Jahre nach Palästina emigrieren. Dort heiratete er die aus Wien stammende Ellie (Rachel) Landes. Sie bekamen einen Sohn namens Daniel, Helmut, bzw. dann Ya`ir genannt, diente zunächst in der britischen Armee in Palästina und schloss sich später der zionistischen Untergrundorganisation Haganah an. Im Alter von 26 Jahren fiel er 1948 in Latrun. Sein Sohn Daniel Pander nahm später den Namen Dotan an und lebte in Tzefat/Safed, Israel. <br />
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    Hans Pander, geboren am 16.01.1883 in Bremen war ein auf Kinotechnik spezialierter Fachjournalist, der in den 1920er Jahren zahlreiche Fachbücher und Fachbeiträge in Fachzeitschriften (z.B. der Bildwart 1923-1934) veröffentlichte. Weitere Publikationen umfassten u.a. Lehrbücher (z.B. Kinomatographische Unterrichtskurse für Anfänger (1928).
    Zusammen mit Svend Noldan hatte er 1921 ein Patent angemeldet zum Herstellen von Kino-Trick-Filmen. "Die Erfindung betrifft ein kinomatographisches Trickverfahren, das dazu dienen soll die echte Naturszene und einer trickmäßig bewegten Naturszene...., dass dessen Vorführung einen einheitlichen Vorgang vortäuscht". Möglicherweise hat er auch selbst Filme gedreht oder in einem Studio gearbeitet. Zeitzeugen erwähnten, sein Sohn Wolfgang Pander sei in den 1930er Jahren ein Zeit lang "Regieassistent im Filmstudio seines Vaters gewesen".
    Hans Pander war zweimal verheiratet. In erster Ehe war er mit Käthe Blum, geboren 1890, ermordet am 7.5.1942 in Chelmno (Kulmhof) verheiratet, von der er 1927 geschieden wurde.
    Mit ihr hatte er drei Kinder: Eva, geboren 1915 in Berlin, gestorben 1991; Wolfgang, geboren am 12.2. 1917, ermordet am 3.12.1942 in Berlin-Plötzensee und Helmut, geboren 1922 ebenfalls in Berlin und am 31.3.1948 in Palästina gestorben.

    Im April 1927 heiratete Hans Pander Käthes Schwester Else, geboren 1894, deren erste Ehe mit dem Naturwissenschaftler und Pferdesportjournalisten Dr. Richard Sternfeld (1884-1943) einige Monate vorher geschieden worden war. Hans Pander zog zu Else und deren Kinder Lore und Hans Sternfeld (Freitod 1937) in die Kirchstraße 9, der heutigen Smiljanstraße in Berlin-Friedenau, wo sie bis 1933 gemeldet waren. Ab 1934 wohnte die Familie Pander-Sternfeld in der Büsingstraße 5, ebenfalls in Friedenau. Else und Hand Pander hatten Kontakt zu kommunistischen Gruppen. Es wird berichtet, dass in ihrer Wohnung auch nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 marxistische Schulungen unter Leitung des KPD-Anhängers Hans Seigewasser (1905-1979) stattfanden, an denen auch die Söhne des Ehepaars Else und Hans Pander teilnahmen.
    Die Familie wohnte in der Büsingstraße 5 bis 1941. Ab Mai 1941 wohnter er, seine Frau und deren Tochter Lore zur Untermiete in der Wohnung von Alexander Zutrauen (1876-1943) und seiner Frau Else, geborene Hoch (1973-1943) in Berlin-Wilmersdorf, Bregenzer Straße 3, 1OG. Seit ca. 1941 musste Hans Pander bei der Ehrich & Graetz AG in Berlin-Treptow Zwangsarbeit leisten.
    am 29. Januar 1943 wurden Hans Pander, Else Pander, Lore Sternfeld und das Ehepaar Zutrauen mit dem 27. Osttransport nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

    Hans Panders erste Frau Käthe Pander war zuletzt in der Uhlandstraße 40/41 bei Broh, Gartenhaus, 3.OG gemeldet. Sie wurde am 18.10.1941 (dem 1. Transport vom Bahnhof Grunewald) nach Lodz/Litzmannstadt deportiert und am 7.Mai 1942 in Chelmno/Kulmhof ermordet,
    Tochter Eva Pander konnte mit der Hilfe der jüdischen Hilfsorganisation Jugend Aliyah Ende der 1930er Jahre nach Großbritannien emigrieren und ist dort in der Grafschaft Devon 1991 gestorben.

    Sohn Wolfgang Pander lebte abwechselnd bei der Mutter und beim Vater und begann nach dem Besuch von verschiedenen Schulen, u.a. der Neukölner Rütli Schule un dem erzwungenen Abgang vom Gymnasium eine Lehre zum Dreher und Autoschlosser. Vor 1933 war er Mitglied der KJVD. 1937 wurde er nach dem Versuch des illegalen Grenzübertritts in die Tschechoslowakei verhaftet und war zwei Jahre u.a. in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau inhaftiert. Nach seiner Freilassung bemühte er sich um die Auswanderung nach Palästina. Als diese nach Ausbruch des 2. Weltkrieges unmöglich wurde, schloss sich Wolfgang Pander einer Gruppe von ehemaligen Mitschülern der Rütli Schule an, die im Untergrund antifaschistische und kriegskritische Flugblätter herstellten und verteilten. Im Juli 1941 wurde die Gruppe verhaftet. Am 9. Oktober 1942 fand ein Schauprozess gegen die Gruppe vor dem Volksgerichtshof statt. Die Anklage lautete auf Hochverrat. Hans Pander versuchte sich vergeblich für seinen Sohn einzusetzen. Am 3. Dezember 1942 wurde Wolfgang Pander in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Am 31. 10.2019 wurde für ihn an seinem letzten Meldeort, Kommandantenstraße 68/69 heute: Neue Grünstraße 1, ein Stolperstein verlegt.

    Sohn Helmut Pander konnte mit Hilde der Jugend Aliyah Ender der 1930er Jahre nach Palästina emigrieren. Dort heiratete er die aus Wien stammende Ellie (Rachel) Landes. Sie bekamen einen Sohn namens Daniel, Helmut, bzw. dann Ya`ir genannt, diente zunächst in der britischen Armee in Palästina und schloss sich später der zionistischen Untergrundorganisation Haganah an. Im Alter von 26 Jahren fiel er 1948 in Latrun. Sein Sohn Daniel Pander nahm später den Namen Dotan an und lebte in Tzefat/Safed, Israel.