Ernst Alexander

Location 
Dennewitzstr. 19
District
Schöneberg
Stone was laid
2018
Born
1882
Occupation
Inh. Geschäft für Bürobedarf
Inhaftiert (t.b.d.)
1937 1937 in Moabit?
Deportation
on 11 December 1937 nach Dachau
Later deported
on 22 September 1938 nach Buchenwald
Later deported
on 24 October 1940 nach Dachau
Murdered
1941 in Dachau

Ernst Alexander kam am 1. September 1882 als zweites Kind des Arztes Salomon Alexander und dessen Frau Johanna, geb. Goldmann, in Berlin zur Welt. Sein Vater Salusch Salomon Alexander, genannt Sally, geboren am 4. März 1852 in der Provinzhauptstadt Posen, war 1870 nach Berlin gekommen, um Medizin zu studieren. Die Gründe für den Weggang aus Posen lagen nicht nur in den für Juden geringeren Rechten im Vergleich zu anderen preußischen Provinzen, sondern auch darin, dass es keine Universität in Posen gab. Die Mutter Johanna, am 18. Juni 1857 in Berlin geboren, war die Tochter eines Ladenbesitzers, der „Brennerei-Zuckerfabrik-Utensilien, Dampfkessel aller Art“ verkaufte und den Titel eines „Königlichen Commissionsrathes“ trug. Salomon und Johanna heirateten 1878 und zogen in die Fehrbelliner Straße, zuletzt in das Haus Nr. 86, das Sally bald kaufte und in dem er eine eigene Praxis als „praktischer Arzt und Wundarzt“ eröffnete. Dort wurde am 24. Februar 1879 das erste Kind, Tochter Frida, geboren. Die Familie hatte es zu Wohlstand und hohem sozialen Ansehen gebracht: Vater Sally war Mitglied der Terraingesellschaft B 7 und besaß fünf Häuser, Frida Alexander heiratete einen Juristen und wurde Frau Justizrat, ein Onkel und ein Neffe waren Bankiers, ein anderer Onkel war Arzt, Vater Sally wurde als „Geheimer Sanitätsrat“ geehrt und erhielt eine Medaille einer Samariterorganisation. <br />
Mitte der 1910er Jahre erscheint Ernst Alexander das erste Mal im Berliner Adressbuch als Inhaber eines Spezialbüros für Bürobedarf und Patentschriftenvertriebs. Da war die Familie schon aus dem Berliner Osten in den „Neuen Westen“ gezogen, in die Schillstraße 11 im Lützowviertel, das im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts für das gehobene Bürgertum erbaut worden war. Ernst Alexander betrieb sein Geschäft zuerst in der Wohnung des Vaters, ab 1921 in der Nettelbeckstraße 4, wo er bis 1933 wohnte. Etwa 1933/34 zog Ernst Alexander in ein großes Mietshaus in der Dennewitzstraße 19, einer sozial deutlich niedrigeren Wohngegend. Im Jahr 1928 starb der Vater Sally Alexander infolge eines Unfalls.<br />
Über das Privatleben von Ernst Alexander gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Lediglich die Aufzeichnungen aus den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald geben einige Anhaltspunkte, sind aber in sich widersprüchlich. Einmal ist er laut den Angaben geschieden und hat ein Kind, die anderen Angaben widersprechen dem. Laut den Akten des Konzentrationslagers Buchenwald wurde er am 24. November 1937 in seiner kurz zuvor bezogenen Wohnung in der Elberfelder Str. 40 in Moabit wegen des Verstoßes gegen die Nürnberger Rassegesetze durch die Gestapo verhaftet und in „Schutzhaft“ genommen. Er wurde am 11. Dezember 1937 in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert und am 22. September 1938 nach Buchenwald deportiert, da Dachau wegen zu erwartender politischer Gefangener aus der Tschechoslowakei im Rahmen der Besetzung des Sudetenlandes geräumt wurde. In Buchenwald musste Ernst Alexander in der Strafkompanie arbeiten, wurde am 24. Oktober 1940 zurück nach Dachau verschleppt und starb dort am 29. April 1941.<br />

Ernst Alexander kam am 1. September 1882 als zweites Kind des Arztes Salomon Alexander und dessen Frau Johanna, geb. Goldmann, in Berlin zur Welt. Sein Vater Salusch Salomon Alexander, genannt Sally, geboren am 4. März 1852 in der Provinzhauptstadt Posen, war 1870 nach Berlin gekommen, um Medizin zu studieren. Die Gründe für den Weggang aus Posen lagen nicht nur in den für Juden geringeren Rechten im Vergleich zu anderen preußischen Provinzen, sondern auch darin, dass es keine Universität in Posen gab. Die Mutter Johanna, am 18. Juni 1857 in Berlin geboren, war die Tochter eines Ladenbesitzers, der „Brennerei-Zuckerfabrik-Utensilien, Dampfkessel aller Art“ verkaufte und den Titel eines „Königlichen Commissionsrathes“ trug. Salomon und Johanna heirateten 1878 und zogen in die Fehrbelliner Straße, zuletzt in das Haus Nr. 86, das Sally bald kaufte und in dem er eine eigene Praxis als „praktischer Arzt und Wundarzt“ eröffnete. Dort wurde am 24. Februar 1879 das erste Kind, Tochter Frida, geboren. Die Familie hatte es zu Wohlstand und hohem sozialen Ansehen gebracht: Vater Sally war Mitglied der Terraingesellschaft B 7 und besaß fünf Häuser, Frida Alexander heiratete einen Juristen und wurde Frau Justizrat, ein Onkel und ein Neffe waren Bankiers, ein anderer Onkel war Arzt, Vater Sally wurde als „Geheimer Sanitätsrat“ geehrt und erhielt eine Medaille einer Samariterorganisation.
Mitte der 1910er Jahre erscheint Ernst Alexander das erste Mal im Berliner Adressbuch als Inhaber eines Spezialbüros für Bürobedarf und Patentschriftenvertriebs. Da war die Familie schon aus dem Berliner Osten in den „Neuen Westen“ gezogen, in die Schillstraße 11 im Lützowviertel, das im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts für das gehobene Bürgertum erbaut worden war. Ernst Alexander betrieb sein Geschäft zuerst in der Wohnung des Vaters, ab 1921 in der Nettelbeckstraße 4, wo er bis 1933 wohnte. Etwa 1933/34 zog Ernst Alexander in ein großes Mietshaus in der Dennewitzstraße 19, einer sozial deutlich niedrigeren Wohngegend. Im Jahr 1928 starb der Vater Sally Alexander infolge eines Unfalls.
Über das Privatleben von Ernst Alexander gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Lediglich die Aufzeichnungen aus den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald geben einige Anhaltspunkte, sind aber in sich widersprüchlich. Einmal ist er laut den Angaben geschieden und hat ein Kind, die anderen Angaben widersprechen dem. Laut den Akten des Konzentrationslagers Buchenwald wurde er am 24. November 1937 in seiner kurz zuvor bezogenen Wohnung in der Elberfelder Str. 40 in Moabit wegen des Verstoßes gegen die Nürnberger Rassegesetze durch die Gestapo verhaftet und in „Schutzhaft“ genommen. Er wurde am 11. Dezember 1937 in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert und am 22. September 1938 nach Buchenwald deportiert, da Dachau wegen zu erwartender politischer Gefangener aus der Tschechoslowakei im Rahmen der Besetzung des Sudetenlandes geräumt wurde. In Buchenwald musste Ernst Alexander in der Strafkompanie arbeiten, wurde am 24. Oktober 1940 zurück nach Dachau verschleppt und starb dort am 29. April 1941.