Jonathan Stenschewski

Location 
Falkenberger Str. 12
Historical name
Hohenschönhauser Str. 84
District
Weißensee
Stone was laid
2018
Born
1940
Deportation
on 17 May 1943 nach Auschwitz
Murdered
1943 in Auschwitz
  • Stolperstein Jonathan Stenschewski © OTFW
    Stolperstein Jonathan Stenschewski © OTFW

    Stolperstein Jonathan Stenschewski © OTFW

Jonathan Stenschewski wurde am 10. März 1940 in Berlin-Weißensee geboren. Seine Eltern waren Aron Adolf Stenschewski und Resi Vera Binasch. Der Vater war Kaufmann.<br />
Kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes Siegfried am 22. Oktober 1928 zog die Familie von Stolp (heute Polen) nach Berlin. Dort wurde am 17. Mai 1930 die Schwester Margot geboren. 1935 war die Familie von Aron Adolf Stenschewski im Berliner Adressbuch unter der Anschrift Buschallee 80 in Weißensee verzeichnet. Als Jonathan zehn Jahre später geboren wurde, lebte die Familie bereits seit 1937 in der Hohenschönhauser Str. 84, Weißensee.<br />
An den im Berliner Adressbuch ausgewiesenen Berufsbezeichnungen des Vaters kann der von den Nationalsozialisten erzwungene soziale Abstieg abgelesen werden: Ursprünglich stand der Beruf „Kaufmann“ hinter dem Namen von Aron Adolf, 1938 „kaufmännischer Angestellter“ und 1940 „Arbeiter“. <br />
1940 nahm die Familie von Aron Adolf den Bruder des Vaters mit seiner Familie und die Großmutter Henriette mit in die Wohnung auf, weil diese ihre Heimatstadt Lauenburg (heute Polen) verlassen mussten. Nun lebten in der engen 2-Zimmer-Wohnung in der Hohenschönhauser Str. 84 insgesamt zehn Menschen unter einem Dach: fünf Erwachsene und fünf Kinder, vom Säugling bis zum Alter von elf Jahren. <br />
Jonathans Eltern Aron Adolf und Resi Vera waren von der Reichsvereinigung der Juden angestellt und arbeiteten als Friedhofswarte bei der Adass-Jisroel-Gemeinde in der Wittlicher Straße. Auch die älteren Geschwister Siegfried und Margotund sogar der kleine Jonathan waren dort als „Helfer“ in der Abteilung Bestattungswesen offiziell beschäftigt.<br />
Im September 1941 konnte die Familie in zwei Räume des Verwaltungsgebäudes des Friedhofs umziehen. Die Familie des Onkels Alex konnte in der Hohenschönhauser Str. 84 bleiben – bis zur Deportation. Die Großmutter Henriette wurde am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, der Onkel Alex, Tante Frieda und Kusine Edith am 4. März 1943 nach Auschwitz.<br />
Nur fünf Wochen später, am 14. Mai 1943, mussten Jonathans Eltern Aron Adolf und Resi Vera eine Vermögenserklärung ausfüllen – sogar für jedes Kind, auch für Jonathan musste eine solche Erklärung abgegeben werden. Damit stand die Deportation unmittelbar bevor. <br />
Am 17. Mai 1943 wurde die gesamte Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet: Jonathan war gerade drei Jahre alt.<br />

Jonathan Stenschewski wurde am 10. März 1940 in Berlin-Weißensee geboren. Seine Eltern waren Aron Adolf Stenschewski und Resi Vera Binasch. Der Vater war Kaufmann.
Kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes Siegfried am 22. Oktober 1928 zog die Familie von Stolp (heute Polen) nach Berlin. Dort wurde am 17. Mai 1930 die Schwester Margot geboren. 1935 war die Familie von Aron Adolf Stenschewski im Berliner Adressbuch unter der Anschrift Buschallee 80 in Weißensee verzeichnet. Als Jonathan zehn Jahre später geboren wurde, lebte die Familie bereits seit 1937 in der Hohenschönhauser Str. 84, Weißensee.
An den im Berliner Adressbuch ausgewiesenen Berufsbezeichnungen des Vaters kann der von den Nationalsozialisten erzwungene soziale Abstieg abgelesen werden: Ursprünglich stand der Beruf „Kaufmann“ hinter dem Namen von Aron Adolf, 1938 „kaufmännischer Angestellter“ und 1940 „Arbeiter“.
1940 nahm die Familie von Aron Adolf den Bruder des Vaters mit seiner Familie und die Großmutter Henriette mit in die Wohnung auf, weil diese ihre Heimatstadt Lauenburg (heute Polen) verlassen mussten. Nun lebten in der engen 2-Zimmer-Wohnung in der Hohenschönhauser Str. 84 insgesamt zehn Menschen unter einem Dach: fünf Erwachsene und fünf Kinder, vom Säugling bis zum Alter von elf Jahren.
Jonathans Eltern Aron Adolf und Resi Vera waren von der Reichsvereinigung der Juden angestellt und arbeiteten als Friedhofswarte bei der Adass-Jisroel-Gemeinde in der Wittlicher Straße. Auch die älteren Geschwister Siegfried und Margotund sogar der kleine Jonathan waren dort als „Helfer“ in der Abteilung Bestattungswesen offiziell beschäftigt.
Im September 1941 konnte die Familie in zwei Räume des Verwaltungsgebäudes des Friedhofs umziehen. Die Familie des Onkels Alex konnte in der Hohenschönhauser Str. 84 bleiben – bis zur Deportation. Die Großmutter Henriette wurde am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, der Onkel Alex, Tante Frieda und Kusine Edith am 4. März 1943 nach Auschwitz.
Nur fünf Wochen später, am 14. Mai 1943, mussten Jonathans Eltern Aron Adolf und Resi Vera eine Vermögenserklärung ausfüllen – sogar für jedes Kind, auch für Jonathan musste eine solche Erklärung abgegeben werden. Damit stand die Deportation unmittelbar bevor.
Am 17. Mai 1943 wurde die gesamte Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet: Jonathan war gerade drei Jahre alt.