Frieda Rosa Arndtheim née Szyker

Location 
Fechnerstr. 5
District
Wilmersdorf
Stone was laid
01 June 2019
Born
23 December 1896
Deportation
on 18 October 1941 nach Łódź / Litzmannstadt
Murdered
29 December 1942 in Łódź / Litzmannstadt
  • Stolperstein Frieda Rosa Arndtheim Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
    Stolperstein Frieda Rosa Arndtheim Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

    Stolperstein Frieda Rosa Arndtheim Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Frieda Szykier wurde am 23. Dezember 1896 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren der Zigarrenfabrikant Isidor Szykier und seine Frau Flora, geb. Bein. Flora Bein stammte aus Łódz, der Stadt, in der ihre Tochter und ihr Schwiegersohn ums Leben gebracht werden sollten.<br />
<br />
Isidor Szykier war in erster Ehe mit Doris Klein verheiratet gewesen, die früh verstarb. So brachte Isidor Szykier drei Töchter mit in seine zweite Ehe ein: Emma (*1883), Paula (*1885) und Clara (*1888). Auch seine zweite Frau Flora bekam zwei Mädchen, neben Frieda die am 20. April 1892 geborene Henriette.<br />
<br />
Friedas Vater Isidor starb im Januar 1913, ihre Mutter Flora im März 1922. Frieda Szykier war berufstätig, als sie am 15. Dezember 1925 Georg Arndtheim heiratete. In der Heiratsanzeige ist als Berufsbezeichnung „Bankbeamtin“ angegeben, eine sicherlich ungewöhnliche Karriere für eine Frau in der damaligen Zeit. Mit der Eheschließung, spätestens aber als zwei Jahre später ihre Tochter Helga auf die Welt kam, wird Frieda ihren Beruf aufgegeben haben. <br />
<br />
Georg Arndtheim, der ebenfalls Bankangestellter war, verdiente genug Geld, um in relativem Wohlstand zu leben und der Familie ein Sommerhaus außerhalb Berlins bieten zu können. Es ist nicht bekannt, wie die berufliche Situation in der Zeit nach 1933 für die Arndtheims war, Friedas Mann Georg taucht in den Adressbüchern um 1939 mit der Berufsbezeichnung „Vertreter“ auf, vermutlich musste er sich mit irgendwelchen Aufträgen durchschlagen, um noch ein gewisses Auskommen zu haben.<br />
<br />
Friedas Halbschwester Paula, von Beruf Buchhalterin und seit 1911 verheiratet mit Georg Bein, schaffte die Emigration nach Amerika. Ihr Mann war 1917 tödlich verunglückt. Sie war es, die schließlich nach dem Krieg internationale Suchdienste beauftragte, um nach Frieda, Georg und Helga Arnstheim zu suchen.<br />
<br />
Auch Friedas Schwester Henriette, von Beruf Stenotypistin und seit 1921 verheiratet mit Harry Hermann Louis Tarnowski, gelang die Ausreise nach Amerika. Sie konnte noch ihre Nichte Helga in den USA wiedersehen und starb dort 1972.<br />
<br />
Frieda Arndtheim wurde zusammen mit ihrem Mann Georg und der damals 13-jährigen Tochter Helga in der Nacht zum 18. Oktober 1941 aus der Wohnung in der Walter-Fischer-Straße abgeholt und zunächst in die als Sammelstelle für bevorstehende Deportationen missbrauchte Synagoge in der Levetzowstraße gebracht. Von dort wurde die Familie in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) verschleppt. Friedas Eltern und weitere Familienangehörige stammten aus Łódź, sodass es im Ghetto zu einem traurigen Wiedersehen mit ihren Verwandten kam. <br />
<br />
Im Ghetto musste Frieda als Näherin in einer der Textilfabriken arbeiten, in denen Uniformen für die Wehrmacht hergestellt wurden. Am 9. Juni 1942 sah Frieda ihren Mann sterben. Er war auf der Straße angeschossen worden und verblutete in der Unterkunft, ohne dass ihm jemand zur Hilfe kommen konnte.<br />
<br />
Sie selbst war an Lungentuberkulose erkrankt und starb am 29. Dezember 1942, wenige Stunden nach dem 15. Geburtstag ihrer Tochter.<br />
<br />
<br />

Frieda Szykier wurde am 23. Dezember 1896 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren der Zigarrenfabrikant Isidor Szykier und seine Frau Flora, geb. Bein. Flora Bein stammte aus Łódz, der Stadt, in der ihre Tochter und ihr Schwiegersohn ums Leben gebracht werden sollten.

Isidor Szykier war in erster Ehe mit Doris Klein verheiratet gewesen, die früh verstarb. So brachte Isidor Szykier drei Töchter mit in seine zweite Ehe ein: Emma (*1883), Paula (*1885) und Clara (*1888). Auch seine zweite Frau Flora bekam zwei Mädchen, neben Frieda die am 20. April 1892 geborene Henriette.

Friedas Vater Isidor starb im Januar 1913, ihre Mutter Flora im März 1922. Frieda Szykier war berufstätig, als sie am 15. Dezember 1925 Georg Arndtheim heiratete. In der Heiratsanzeige ist als Berufsbezeichnung „Bankbeamtin“ angegeben, eine sicherlich ungewöhnliche Karriere für eine Frau in der damaligen Zeit. Mit der Eheschließung, spätestens aber als zwei Jahre später ihre Tochter Helga auf die Welt kam, wird Frieda ihren Beruf aufgegeben haben.

Georg Arndtheim, der ebenfalls Bankangestellter war, verdiente genug Geld, um in relativem Wohlstand zu leben und der Familie ein Sommerhaus außerhalb Berlins bieten zu können. Es ist nicht bekannt, wie die berufliche Situation in der Zeit nach 1933 für die Arndtheims war, Friedas Mann Georg taucht in den Adressbüchern um 1939 mit der Berufsbezeichnung „Vertreter“ auf, vermutlich musste er sich mit irgendwelchen Aufträgen durchschlagen, um noch ein gewisses Auskommen zu haben.

Friedas Halbschwester Paula, von Beruf Buchhalterin und seit 1911 verheiratet mit Georg Bein, schaffte die Emigration nach Amerika. Ihr Mann war 1917 tödlich verunglückt. Sie war es, die schließlich nach dem Krieg internationale Suchdienste beauftragte, um nach Frieda, Georg und Helga Arnstheim zu suchen.

Auch Friedas Schwester Henriette, von Beruf Stenotypistin und seit 1921 verheiratet mit Harry Hermann Louis Tarnowski, gelang die Ausreise nach Amerika. Sie konnte noch ihre Nichte Helga in den USA wiedersehen und starb dort 1972.

Frieda Arndtheim wurde zusammen mit ihrem Mann Georg und der damals 13-jährigen Tochter Helga in der Nacht zum 18. Oktober 1941 aus der Wohnung in der Walter-Fischer-Straße abgeholt und zunächst in die als Sammelstelle für bevorstehende Deportationen missbrauchte Synagoge in der Levetzowstraße gebracht. Von dort wurde die Familie in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) verschleppt. Friedas Eltern und weitere Familienangehörige stammten aus Łódź, sodass es im Ghetto zu einem traurigen Wiedersehen mit ihren Verwandten kam.

Im Ghetto musste Frieda als Näherin in einer der Textilfabriken arbeiten, in denen Uniformen für die Wehrmacht hergestellt wurden. Am 9. Juni 1942 sah Frieda ihren Mann sterben. Er war auf der Straße angeschossen worden und verblutete in der Unterkunft, ohne dass ihm jemand zur Hilfe kommen konnte.

Sie selbst war an Lungentuberkulose erkrankt und starb am 29. Dezember 1942, wenige Stunden nach dem 15. Geburtstag ihrer Tochter.