Richard Zehden

Location 
Franzstraße 30 -36
District
Wilhelmstadt
Stone was laid
2011
Born
1887
Occupation
Kaufmann
Inhaftiert (t.b.d.)
1943 in Sachsenhausen
Murdered
1943 in Sachsenhausen
  • Stolpersteine für Richard und Emmy Zehden und Horst Schmidt.
    Stolpersteine für Richard und Emmy Zehden und Horst Schmidt. Fotorechtre: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.

    Stolpersteine für Richard und Emmy Zehden und Horst Schmidt. Fotorechtre: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.

Richard Zehden wurde am 29. Dezember 1887 in Magdeburg geboren. Er stammte aus guten finanziellen Verhältnissen; seine Familie war jüdischen Glaubens.<br />
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Emmy Zehden, geborene Windhorst, wurde am 28. März 1900 in Lübecke geboren. 1918 ging sie nach Berlin. Dort lernte sie Richard Zehden kennen, der in einem exklusiven jüdischen Herrengeschäft arbeitete. Die beiden heirateten im Jahr 1927. Sie hatten nie eigene Kinder, nahmen aber 1923 den Sohn von Emmys Schwester bei sich auf. 1930 wohnte die Familie in der Brüderstraße in Spandau, 1932 zogen sie in die Franzstraße 19. Sieben Jahre nach ihrer Heirat trat Emmy aus dem evangelischen und Richard Zehden aus dem jüdischen Glauben aus und sie schlossen sich gemeinsam der Religionsgemeinschaft der Ernsten Bibelforscher an. Die Familie musste 1937 wegen Geldproblemen erneut umziehen - in eine kleinere Wohnung in der Franzstraße 32. Da Emmy und Richard Zehden streng nach Gott und Gottes Gesetz lebten - vor allem das Gesetz ''Du sollst nicht töten'' nahmen sie sehr ernst - versteckten sie junge Wehrdienstverweigerer bei sich, unter anderem auch ihren ''Sohn'' Horst Schmidt.<br />
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Richard Zehden wurde 1938 wegen seiner Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas verhaftet und zu neun Monaten Haft verurteilt. Bei einer Verhaftungswelle im Herbst 1942 wurde er erneut festgenommen. Da man während dieser Haft wahrscheinlich feststellte, dass er jüdischer Abstammung war, wurde er im Jahr 1943 nach Sachsenhausen deportiert und dort ermordet. Auch Emmy wurde im Herbst 1942 verhaftet. Nach über einem Jahr Haft in verschiedenen Gefängnissen wurde sie am 19. November 1943 wegen Mitgliedschaft bei den Internationalen Bibelforschern und Verstecken von Wehrdienstverweigerern zum Tode verurteilt - ihre Hinrichtung fand am 09. Juni 1944 in Plötzensee statt.

Richard Zehden wurde am 29. Dezember 1887 in Magdeburg geboren. Er stammte aus guten finanziellen Verhältnissen; seine Familie war jüdischen Glaubens.

Emmy Zehden, geborene Windhorst, wurde am 28. März 1900 in Lübecke geboren. 1918 ging sie nach Berlin. Dort lernte sie Richard Zehden kennen, der in einem exklusiven jüdischen Herrengeschäft arbeitete. Die beiden heirateten im Jahr 1927. Sie hatten nie eigene Kinder, nahmen aber 1923 den Sohn von Emmys Schwester bei sich auf. 1930 wohnte die Familie in der Brüderstraße in Spandau, 1932 zogen sie in die Franzstraße 19. Sieben Jahre nach ihrer Heirat trat Emmy aus dem evangelischen und Richard Zehden aus dem jüdischen Glauben aus und sie schlossen sich gemeinsam der Religionsgemeinschaft der Ernsten Bibelforscher an. Die Familie musste 1937 wegen Geldproblemen erneut umziehen - in eine kleinere Wohnung in der Franzstraße 32. Da Emmy und Richard Zehden streng nach Gott und Gottes Gesetz lebten - vor allem das Gesetz ''Du sollst nicht töten'' nahmen sie sehr ernst - versteckten sie junge Wehrdienstverweigerer bei sich, unter anderem auch ihren ''Sohn'' Horst Schmidt.

Richard Zehden wurde 1938 wegen seiner Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas verhaftet und zu neun Monaten Haft verurteilt. Bei einer Verhaftungswelle im Herbst 1942 wurde er erneut festgenommen. Da man während dieser Haft wahrscheinlich feststellte, dass er jüdischer Abstammung war, wurde er im Jahr 1943 nach Sachsenhausen deportiert und dort ermordet. Auch Emmy wurde im Herbst 1942 verhaftet. Nach über einem Jahr Haft in verschiedenen Gefängnissen wurde sie am 19. November 1943 wegen Mitgliedschaft bei den Internationalen Bibelforschern und Verstecken von Wehrdienstverweigerern zum Tode verurteilt - ihre Hinrichtung fand am 09. Juni 1944 in Plötzensee statt.