Fritz Saalmann

Location 
Hektorstr. 5
District
Halensee
Stone was laid
27 November 2012
Born
09 February 1885 in Bernburg (Anhalt)
Deportation
on 05 September 1942 to Riga
Murdered
08 September 1942 in Riga
Biography

Fritz Saalmann wurde am 9. Februar 1885 in Bernburg im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt geboren. Für seine Eltern, den Kaufmann Theodor Saalmann und dessen zweite Ehefrau Selma geborene Simonsohn (*1855), war er das einzige gemeinsame Kind. Aus der ersten Ehe seines Vaters mit Friedericke Saalmann geborene Michels hatte Fritz noch drei ältere Halbbrüder. Walter (*1874) war 11 Jahre, Oskar (*1876) neun Jahre und Hugo (*1880) fünf Jahre älter als er.

Fritz wurde Bankkaufmann von Beruf und war lange Jahre bei der Dresdner Bank als Bankbeamter angestellt.

Wann und wo er seine spätere, aus Schroda (Sroda, Polen) stammende Ehefrau, die Buchhalterin Hedwig Bütow (*17. Mai 1877), kennenlernte, ist nicht bekannt. Der 24-jährige Fritz und die 32-jährige Hedwig heirateten am 23. Dezember 1909 in Berlin. Als Trauzeugen waren Fritz’ Halbbruder Oskar und Hedwigs Bruder Ernst anwesend. Fritz wohnte damals in der Georgenkirchstraße 30 in Berlin-Friedrichshain. Die Ehe blieb kinderlos. 1914 wohnte das Ehepaar im Gartenhaus der Sybelstraße 14 in Charlottenburg. Vermutlich nahm Fritz aktiv am Ersten Weltkrieg teil. In den 1920er- Jahren machte er Karriere in der Bank und wurde Bankprokurist. Seine Mutter Selma starb 1927. Laut dem jüdischen Adressbuch von 1931/32 wohnte das Ehepaar Saalmann in der Küstriner Straße 10 (heute Damaschkestraße 22) in Berlin-Wilmersdorf und ab 1933 waren sie in der Hektorstraße 5 gemeldet.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war Fritz 48 Jahre und Hedwig 55 Jahre alt. Immer neue Gesetze und Verordnungen machten den Jüdinnen und Juden das Leben täglich schwerer. Fritz wurde 1936 in den Ruhestand versetzt und bezog fortan eine Pension in Höhe von 230 RM von der Dresdner Bank. So ein Leben war für Hedwig nicht mehr lebenswert. Einen Tag vor ihrem 60. Geburtstag, am 16. Mai 1937, nahm sie eine Überdosis des Schlafmittels Veronal und setzte damit ihrem Leben ein Ende. Morgens um 11 Uhr wurde sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Fritz wurde mit 52 Jahren Witwer. Er ließ seine Ehefrau auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beisetzen.

Seit ca. 1940 musste Fritz als Hilfsarbeiter in den Textilwerken Hentig in Tempelhof für 16 bis 18 RM die Woche Zwangsarbeit leisten.1942 heiratete Fritz in zweiter Ehe Bertha, genannt Betty, Posner (*13. Dezember 1884). Die Wohnung in der Hektorstraße mussten sie verlassen. Seit dem 7. Juni 1942 wohnten sie in der Duisburger Straße 6. Fritz war zwar der neue Hauptmieter der Wohnung, musste aber alle vorhandenen Untermieter übernehmen, sodass für Bertha und ihn nur das halbe Zimmer von einer Größe von 3,20 m Länge und 2,20 m Breite blieb. Schon drei Monate später erhielten sie den Deportationsbefehl in den Osten. Am 27. August 1942 unterschrieb er seine Vermögenserklärung. Vom Güterbahnhof Moabit deportierte die Gestapo sie am 5. September 1942 zusammen mit ca. 800 Leidensgenossinnen und -genossen nach Riga in Lettland, wo sie kurz nach ihrer Ankunft auf dem Bahnhof Riga-Skirotava, am 8. September 1942, in den Wäldern von Rumbala und Bikernieki ermordet wurden. Fritz Saalmann starb mit 57 Jahren. Bertha Saalmann geborene Posner starb mit 58 Jahren.