- Location
- Hektorstr. 9
- District
- Halensee
- Stone was laid
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20 October 2009
- Born
- 14 December 1861 in Krotoschin (Posen) / Krotoszyn
- Deportation
- on 20 July 1942 to Theresienstadt
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Murdered
- 03 February 1943 im Ghetto Theresienstadt
Eveline Rothenstein wurde als Eveline Cohn am 14. Dezember 1861 in Krotoschin in der preußischen Provinz Posen (Krotoszyn, Polen) geboren. Für ihre Eltern, den Kaufmann David Salomon Cohn (*1827) und dessen Ehefrau Ninon Genendel Cohn (1827-1897), war sie die jüngste von insgesamt zwei Töchtern. Ihre ältere Schwester Rosalie, genannt Rosa (*12. Juli 1857), war vier Jahre älter als Eveline, die Lina genannt wurde.
Ihre ältere Schwester Rosa heiratete 1887 in Krotochin den Kaufmann Max Wolff (*1860). Sie wurden Eltern einer Tochter, die sie Hedwig (*1888) nannten.
Wann und wo Eveline ihren späteren Ehemann, den Kaufmann Julius Hirsch Rothenstein (geb. 26. Juli 1859, gest. 1922), kennenlernte ist unbekannt. Er stammte aus Bialutten (Białuty, Polen),16 Kilometer südlich der früheren Kreisstadt Neidenberg (Nidzica, Polen). Linas Eltern beehrten sich am 24. April 1889, die Verlobung ihrer jüngsten Tochter mit dem Kaufmann Julius Rothenstein aus Forst in der Lausitz anzuzeigen. Die 27-jährige Eveline und der 30-jährige Julius heirateten am 3. September 1889 in Krotoschin. Nach der Hochzeit zogen sie nach Forst in der Lausitz. Hier wurden sie Eltern von zwei Söhnen, Alfred (*16. Januar 1891) und Heinrich (*28. April 1893). Vier Jahre nach Heinrichs Geburt, 1897, starb Evelines Mutter. Ihr Vater David starb ein Jahr später.
Alfred wurde Bankbeamter von Beruf. Er heiratete am 25. März 1920 die nicht-jüdische Hedwig Agnes Hartmann (*23. März 1893) in Berlin-Neukölln. Die Familie wohnte in der Paradestraße 10 in Berlin-Tempelhof. Hans heiratete im Februar 1922 Erna Löwenthal (*16. August 1900). Sie wurden Eltern von drei Kinder, Lieselotte (*22. Dezember 1922), Ingeborg (*29. Dezember 1925) und Gerd (*10. November 1928). Nach 33 Ehejahren starb Linas Ehemann und Vater der Söhne Alfred und Hans, Julius Rothenstein, mit 62 Jahren am 27. März 1922. Eveline wurde mit 60 Jahren Witwe.
Die Ehe ihres Sohnes Heinrich wurde im August 1932 geschieden. Linas ehemalige Schwiegertochter Erna ging mit den Enkelkindern nach Essen in Nordrhein-Westfalen und heiratete dort zum zweiten Mal.
Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war Lina 71 Jahre alt. Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ wohnte sie vermutlich zur Untermiete in der Hektorstraße 9/10. Ein Jahr später, am 15. Mai 1940, zog sie in ein Altersheim in der Choriner Straße 26 in Prenzlauer Berg (heute Pankow). Von hier aus wurde sie am 20. Juli 1942 zusammen mit zahlreichen anderen Insassen des Altersheimes in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 3. Februar 1943 mit 81 Jahren starb.
Linas ältester Sohn Alfred überlebte den Holocaust aufgrund der „Mischehe“ mit seiner evangelischen Ehefrau. Ihr jüngster Sohn Heinrich, der bei der „Minderheiten-Volkszählung“ 1939 noch in der Hektorstraße 11, ganz in Linas Nähe, gewohnt hatte, wurde am 19. April 1943 aus der Schweidnitzer Straße 8, Gartenhaus, 1. Stock, wo er zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Regina geborene Simon (*17. September 1993) bei Neumann zur Untermiete gewohnt hatte, nach Auschwitz deportiert. Vermutlich starb er kurz nach der Ankunft in einer der Gaskammern in Auschwitz-Birkenau. Seine zweite Ehefrau Regina war schon am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet worden. Seine geschiedene Ehefrau Erna war zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, deren gemeinsamem Sohn Max (*1938), Heinrichs jüngstem Sohn Gerd und der Tochter Ingeborg 1941 nach Izbica deportiert und dort 1942 ermordet worden. Nur Linas älteste Enkelin Lieselotte war rechtzeitig die Flucht nach Kanada gelungen. Sie überlebte den Holocaust.
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