Hermann Hertzberg

Location 
Innsbrucker Str. 25
District
Schöneberg
Stone was laid
2013
Born
1870
Occupation
Bankangestellter
Deportation
on 28 January 1943 nach Theresienstadt
Dead
1944 in Theresienstadt
  • Stolpersteine für Hermann und Hermine Hertzberg. Copyright: MTS
    Stolpersteine für Hermann und Hermine Hertzberg. Copyright: MTS

    Stolpersteine für Hermann und Hermine Hertzberg. Copyright: MTS

Hermann Hertzberg wurde am 15. April 1870 im brandenburgischen Neuruppin geboren. Sein Vater Moritz stammte aus dem heute in Polen liegenden Kobylin bei Posen (Poznań), die Mutter Friederike war eine geborene Finder. Hermann Hertzberg hatte noch vier Geschwister: Ernestine, Julius, Berta und Georg. <br />
Nach einer Banklehre fand er eine Anstellung bei dem Berliner Bankhaus Mendelssohn in der Jägerstraße in Berlin-Mitte, wo er 30 Jahre lang arbeitete und zum Prokuristen aufstieg. Am 4. Juni 1908 heiratete Hermann Hertzberg die aus Danzig stammende Hermine Silberstein. Das Paar wohnte in einem Neubau in der Bamberger Straße 25 in Berlin-Schöneberg. 1909 wurde der Sohn Erich geboren, ein Jahr später die Tochter Charlotte (genannt Lotte). <br />
Ab 1934 lebte die Familie in einer 6-Zimmer-Wohnung in der Innsbrucker Straße 25. <br />
Bereits 1936 gelang es dem Sohn Erich, nach Palästina zu emigrieren. Auch die Tochter Lotte wanderte 1939 aus, sie ging nach Australien. Hermann und Hermine Hertzberg, mittlerweile Renter, gelang die Emigration nicht mehr. Mit ihren Kindern hielten sie Briefkontakt über das Rote Kreuz, zuletzt wurde der Kontakt aber aufgrund des Krieges immer schwieriger. <br />
Die Hertzbergs galten im Sinne der Nürnberger Gesetze als Volljuden und mussten ab September 1941 in der Öffentlichkeit den Judenstern tragen. Hermann und Hermine Hertzberg mussten ihre Wohnung aufgeben und mehrmals umziehen. Zuletzt lebten sie vermutlich als Untermieter bei Familie Hirschel in der Regensburger Straße 13. Am 1. Oktober 1942 verfügte die Gestapo-Leitstelle Berlin die Einziehung des gesamten Vermögens der Hertzbergs zugunsten des Deutschen Reichs. Eine entsprechende Urkunde wurde ihnen am 25. Januar 1943 in das Gestapo-Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 zugestellt. Offenbar hatten sich die Hertzbergs hier kurz zuvor einfinden müssen. <br />
Am 28. Januar 1943 wurden sie im sogenannten 83. Alterstransport zusammen mit 98 weiteren Personen nach Theresienstadt deportiert. Hermann Hertzberg starb dort am 21. Februar 1944 im Alter von 73 Jahren.

Hermann Hertzberg wurde am 15. April 1870 im brandenburgischen Neuruppin geboren. Sein Vater Moritz stammte aus dem heute in Polen liegenden Kobylin bei Posen (Poznań), die Mutter Friederike war eine geborene Finder. Hermann Hertzberg hatte noch vier Geschwister: Ernestine, Julius, Berta und Georg.
Nach einer Banklehre fand er eine Anstellung bei dem Berliner Bankhaus Mendelssohn in der Jägerstraße in Berlin-Mitte, wo er 30 Jahre lang arbeitete und zum Prokuristen aufstieg. Am 4. Juni 1908 heiratete Hermann Hertzberg die aus Danzig stammende Hermine Silberstein. Das Paar wohnte in einem Neubau in der Bamberger Straße 25 in Berlin-Schöneberg. 1909 wurde der Sohn Erich geboren, ein Jahr später die Tochter Charlotte (genannt Lotte).
Ab 1934 lebte die Familie in einer 6-Zimmer-Wohnung in der Innsbrucker Straße 25.
Bereits 1936 gelang es dem Sohn Erich, nach Palästina zu emigrieren. Auch die Tochter Lotte wanderte 1939 aus, sie ging nach Australien. Hermann und Hermine Hertzberg, mittlerweile Renter, gelang die Emigration nicht mehr. Mit ihren Kindern hielten sie Briefkontakt über das Rote Kreuz, zuletzt wurde der Kontakt aber aufgrund des Krieges immer schwieriger.
Die Hertzbergs galten im Sinne der Nürnberger Gesetze als Volljuden und mussten ab September 1941 in der Öffentlichkeit den Judenstern tragen. Hermann und Hermine Hertzberg mussten ihre Wohnung aufgeben und mehrmals umziehen. Zuletzt lebten sie vermutlich als Untermieter bei Familie Hirschel in der Regensburger Straße 13. Am 1. Oktober 1942 verfügte die Gestapo-Leitstelle Berlin die Einziehung des gesamten Vermögens der Hertzbergs zugunsten des Deutschen Reichs. Eine entsprechende Urkunde wurde ihnen am 25. Januar 1943 in das Gestapo-Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 zugestellt. Offenbar hatten sich die Hertzbergs hier kurz zuvor einfinden müssen.
Am 28. Januar 1943 wurden sie im sogenannten 83. Alterstransport zusammen mit 98 weiteren Personen nach Theresienstadt deportiert. Hermann Hertzberg starb dort am 21. Februar 1944 im Alter von 73 Jahren.