Bertha Fiedler née Bernfeld

Location 
Kantstr. 148
District
Charlottenburg
Stone was laid
2009
Born
1867
Deportation
on 30 July 1942 nach Theresienstadt
Murdered
1942 im Ghetto Theresienstadt
  • Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf
    Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

    Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

Bertha Fiedler wurde als Bertha Bernfeld am 23. Juni 1867 in Pressburg (Bratislava) geboren. Sie wohnte als Witwe mindestens seit 1922 in der Kantstraße 148 im Seitenflügel im 4. Stock.<br />
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Ihr gestorbener Ehemann war möglicherweise Postangestellter, vielleicht hat sie auch selbst bei der Post gearbeitet. Jedenfalls bekam sie von der Reichsversicherung für Angestellte der Post monatlich 49,50 Reichsmark. Damit konnte sie gerade die Miete von 48 Mark bestreiten, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sie Untermieter hatte. In der Vermögenserklärung waren keine angegeben, auch keine Vermögens- oder Sachwerte. Dennoch gab es eine Inventarschätzung, in der unter anderem zwei Betten und zwei Schränke aufgeführt sind: auch das spricht für Untervermietung. Bertha Fiedlers Habe wurde auf 175.- Mark geschätzt und für 122.50 RM vom Einzelhändler Wilhelm Hahn aufgekauft. Die Vermögenserklärung unterschrieb Frau Fiedler am 22. Juli 1942, die Verfügung der Geheimen Staatspolizei über den „Einzug“ ihres Besitzes wurde ihr am 29. Juli im Sammellager Große Hamburger Straße 26 (ehemaliges Jüdisches Altersheim) zugestellt. Tags darauf, am 30. Juli 1942, wurde sie vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald zusammen mit 100 Schicksalsgefährten ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort ist sie wenige Tage später, am 17. August 1942, im Alter von 75 Jahren ums Leben gebracht worden.

Bertha Fiedler wurde als Bertha Bernfeld am 23. Juni 1867 in Pressburg (Bratislava) geboren. Sie wohnte als Witwe mindestens seit 1922 in der Kantstraße 148 im Seitenflügel im 4. Stock.

Ihr gestorbener Ehemann war möglicherweise Postangestellter, vielleicht hat sie auch selbst bei der Post gearbeitet. Jedenfalls bekam sie von der Reichsversicherung für Angestellte der Post monatlich 49,50 Reichsmark. Damit konnte sie gerade die Miete von 48 Mark bestreiten, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sie Untermieter hatte. In der Vermögenserklärung waren keine angegeben, auch keine Vermögens- oder Sachwerte. Dennoch gab es eine Inventarschätzung, in der unter anderem zwei Betten und zwei Schränke aufgeführt sind: auch das spricht für Untervermietung. Bertha Fiedlers Habe wurde auf 175.- Mark geschätzt und für 122.50 RM vom Einzelhändler Wilhelm Hahn aufgekauft. Die Vermögenserklärung unterschrieb Frau Fiedler am 22. Juli 1942, die Verfügung der Geheimen Staatspolizei über den „Einzug“ ihres Besitzes wurde ihr am 29. Juli im Sammellager Große Hamburger Straße 26 (ehemaliges Jüdisches Altersheim) zugestellt. Tags darauf, am 30. Juli 1942, wurde sie vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald zusammen mit 100 Schicksalsgefährten ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort ist sie wenige Tage später, am 17. August 1942, im Alter von 75 Jahren ums Leben gebracht worden.