Hans Simson

Location 
Lessingstr. 8 -10
Historical name
Lessingstr. 26
District
Hansaviertel
Stone was laid
2010
Born
13 November 1918
Occupation
Modezeichner
Deportation
on 28 June 1943 nach Auschwitz
Murdered
in Auschwitz
  • Stolperstein für Hans Simson.
    Stolperstein für Hans Simson. Foto: OTFW.

    Stolperstein für Hans Simson. Foto: OTFW.

Hans Simson wurde am 13. November 1918 in Berlin geboren – zwei Tage nach Ende des Ersten Weltkriegs. Er war das einzige Kind des jüdischen Ehepaares Paul und Erna Simson (geb. Berman). Sein Vater arbeitete als Kaufmann in der Damenkonfektionsbranche, seine Mutter war früher als Buchhalterin tätig gewesen.<br />
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Mit seinen Eltern, seiner Großmutter Rosa Simson (geb. Rosenthal) und seiner Tante Elise Simson wohnte Hans Simson in der Lessingstraße 26 (heute Lessingstraße 8–10) in einer 4-Zimmer-Wohnung. Familie Simson war recht wohlhabend. In den Sommerferien fuhr Hans mit seinen Eltern regelmäßig in den Urlaub, auch mehrfach ins Ausland, was damals nicht selbstverständlich war. Als Hans sechs Jahre alt war, starb seine Großmutter Rosa.<br />
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Er besuchte im Bellevue-Viertel eine höhere Schule, die er aufgrund der antisemitischen Bestimmungen nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft verlassen musste. Seine Tante Alma erinnerte sich später, dass der Schuldirektor gegenüber Hansʼ Vater Bedauern darüber geäußert habe, solch begabte Kinder wegschicken zu müssen. Nach seiner Entlassung besuchte Hans Simson etwa bis zu seinem 18. Lebensjahr eine Kunstschule und war dann als Modezeichner bei einer Konfektionsfirma angestellt. Nach den Novemberpogromen 1938 verlor er seine Stellung. Sein Vater wurde im Dezember 1938 verhaftet und war bis Ende Januar 1939 in Gestapohaft. Es war geplant, dass Hans zusammen mit seiner 13 Jahre älteren Cousine Ursula nach Australien fliehen sollte, doch dazu kam es nicht mehr.<br />
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Seine Mutter konnte die immer massivere Ausgrenzung und Verfolgung nicht länger ertragen. Sie nahm sich am 30. Juni 1939 das Leben. Ab 1941 musste Hans Simson als Möbeltransportarbeiter Zwangsarbeit leisten. Seine Tante Elise wurde am 1. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Am 24. Januar 1943 starb sein Vater Paul in der gemeinsamen Wohnung. Hans Simson zeigte den Todesfall beim Standesamt an und erklärte, beim Tode zugegen gewesen zu sein. Im Sterberegister ist als Todesursache Blutkrankheit und Herzmuskelschwäche angegeben. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass Paul Simson sich das Leben genommen hat.<br />
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Hans Simson tauchte unter und lebte einige Zeit versteckt. Doch er wurde verraten und nach seiner Verhaftung am 28. Juni 1943 nach Auschwitz deportiert. Wann er ermordet wurde, ist nicht bekannt.<br />

Hans Simson wurde am 13. November 1918 in Berlin geboren – zwei Tage nach Ende des Ersten Weltkriegs. Er war das einzige Kind des jüdischen Ehepaares Paul und Erna Simson (geb. Berman). Sein Vater arbeitete als Kaufmann in der Damenkonfektionsbranche, seine Mutter war früher als Buchhalterin tätig gewesen.

Mit seinen Eltern, seiner Großmutter Rosa Simson (geb. Rosenthal) und seiner Tante Elise Simson wohnte Hans Simson in der Lessingstraße 26 (heute Lessingstraße 8–10) in einer 4-Zimmer-Wohnung. Familie Simson war recht wohlhabend. In den Sommerferien fuhr Hans mit seinen Eltern regelmäßig in den Urlaub, auch mehrfach ins Ausland, was damals nicht selbstverständlich war. Als Hans sechs Jahre alt war, starb seine Großmutter Rosa.

Er besuchte im Bellevue-Viertel eine höhere Schule, die er aufgrund der antisemitischen Bestimmungen nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft verlassen musste. Seine Tante Alma erinnerte sich später, dass der Schuldirektor gegenüber Hansʼ Vater Bedauern darüber geäußert habe, solch begabte Kinder wegschicken zu müssen. Nach seiner Entlassung besuchte Hans Simson etwa bis zu seinem 18. Lebensjahr eine Kunstschule und war dann als Modezeichner bei einer Konfektionsfirma angestellt. Nach den Novemberpogromen 1938 verlor er seine Stellung. Sein Vater wurde im Dezember 1938 verhaftet und war bis Ende Januar 1939 in Gestapohaft. Es war geplant, dass Hans zusammen mit seiner 13 Jahre älteren Cousine Ursula nach Australien fliehen sollte, doch dazu kam es nicht mehr.

Seine Mutter konnte die immer massivere Ausgrenzung und Verfolgung nicht länger ertragen. Sie nahm sich am 30. Juni 1939 das Leben. Ab 1941 musste Hans Simson als Möbeltransportarbeiter Zwangsarbeit leisten. Seine Tante Elise wurde am 1. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Am 24. Januar 1943 starb sein Vater Paul in der gemeinsamen Wohnung. Hans Simson zeigte den Todesfall beim Standesamt an und erklärte, beim Tode zugegen gewesen zu sein. Im Sterberegister ist als Todesursache Blutkrankheit und Herzmuskelschwäche angegeben. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass Paul Simson sich das Leben genommen hat.

Hans Simson tauchte unter und lebte einige Zeit versteckt. Doch er wurde verraten und nach seiner Verhaftung am 28. Juni 1943 nach Auschwitz deportiert. Wann er ermordet wurde, ist nicht bekannt.