Julia Kapralik-Keller née Neumann

Location 
Nassauische Str. 9 -10
District
Wilmersdorf
Stone was laid
2014
Born
1856
Deportation
on 10 March 1944 nach Theresienstadt
Murdered
1944 in Theresienstadt
  • Stolperstein Julia Kapralik-Keller Bild: H.-J. Hupka, 2014
    Stolperstein Julia Kapralik-Keller Bild: H.-J. Hupka, 2014

    Stolperstein Julia Kapralik-Keller Bild: H.-J. Hupka, 2014

Julia Kapralik-Keller wurde als Julia Neumann am 1. Januar 1856 in Budapest geboren.<br />
<br />
Sie wohnte am 17.5.1939, dem Tag der Volkszählung, in der Nassauischen Str. 9-10 in der Zweitwohnung des Verlegers Max Frensdorff, der selbst mit seiner Familie hauptsächlich in Hamburg lebte.<br />
<br />
Später, wahrscheinlich am 1. März 1943, wurde sie nach Charlottenburg in die Scharrenstr. 36 (seit 1950 Schustehrusstraße) umgesiedelt, möglicherweise in die Räume des Herrengarderobe-Fabrikanten S. Levy (Firma liquidiert 1937) oder B. Levy (Firma liquidiert 1939).<br />
<br />
Alte Menschen, die nach Theresienstadt deportiert werden sollten, wurden aufgefordert, Verträge mit der Reichsvereinigung der Juden abzuschließen, um damit ihr Eigentum zum Kauf eines Platzes in der „Gemeinschaftsunterbringung“ einzusetzen. Sie sollten glauben, selbst für die Unterbringung in einem Altersheim Vorsorge getragen zu haben. Tatsächlich dienten die Gelder zum Unterhalt des Ghettos Theresienstadt. Anstelle eines Heimplatzes erwartete die Betrogenen nur die Zusammenpferchung in heruntergekommenen Massenquartieren. In der ersten Hälfte des Jahres 1942 war die Unterkunft pro Person 1,6 m2 groß: zum Schlafen, zum Leben, zum Sterben. Ab Mai dieses Jahres wurde die differenzierte Verpflegung eingeführt. Wer nicht arbeitete, bekam 333 g Brot pro Tag, Schwerstarbeiter 500 g und eine Fleischkonserve wöchentlich. Von August bis Oktober 1942 starben 10 364 Häftlinge auf Dachböden und in den Kasematten. Es wurde ums Überleben gekämpft, immer mit der Angst vor dem Abtransport in ein östliches Vernichtungslager.<br />
<br />
Julia Kapralik-Keller wurde am 10. März 1944 mit 88 Jahren vom Anhalter Bahnhof mit der Häfltlings-Nummer 14667 in einem Zug mit weiteren 55 Personen nach Theresienstadt (Böhmen) deportiert. Zu den 20 Überlebenden gehörte sie nicht. Am 6. Juni 1944 wurde sie ermordet.

Julia Kapralik-Keller wurde als Julia Neumann am 1. Januar 1856 in Budapest geboren.

Sie wohnte am 17.5.1939, dem Tag der Volkszählung, in der Nassauischen Str. 9-10 in der Zweitwohnung des Verlegers Max Frensdorff, der selbst mit seiner Familie hauptsächlich in Hamburg lebte.

Später, wahrscheinlich am 1. März 1943, wurde sie nach Charlottenburg in die Scharrenstr. 36 (seit 1950 Schustehrusstraße) umgesiedelt, möglicherweise in die Räume des Herrengarderobe-Fabrikanten S. Levy (Firma liquidiert 1937) oder B. Levy (Firma liquidiert 1939).

Alte Menschen, die nach Theresienstadt deportiert werden sollten, wurden aufgefordert, Verträge mit der Reichsvereinigung der Juden abzuschließen, um damit ihr Eigentum zum Kauf eines Platzes in der „Gemeinschaftsunterbringung“ einzusetzen. Sie sollten glauben, selbst für die Unterbringung in einem Altersheim Vorsorge getragen zu haben. Tatsächlich dienten die Gelder zum Unterhalt des Ghettos Theresienstadt. Anstelle eines Heimplatzes erwartete die Betrogenen nur die Zusammenpferchung in heruntergekommenen Massenquartieren. In der ersten Hälfte des Jahres 1942 war die Unterkunft pro Person 1,6 m2 groß: zum Schlafen, zum Leben, zum Sterben. Ab Mai dieses Jahres wurde die differenzierte Verpflegung eingeführt. Wer nicht arbeitete, bekam 333 g Brot pro Tag, Schwerstarbeiter 500 g und eine Fleischkonserve wöchentlich. Von August bis Oktober 1942 starben 10 364 Häftlinge auf Dachböden und in den Kasematten. Es wurde ums Überleben gekämpft, immer mit der Angst vor dem Abtransport in ein östliches Vernichtungslager.

Julia Kapralik-Keller wurde am 10. März 1944 mit 88 Jahren vom Anhalter Bahnhof mit der Häfltlings-Nummer 14667 in einem Zug mit weiteren 55 Personen nach Theresienstadt (Böhmen) deportiert. Zu den 20 Überlebenden gehörte sie nicht. Am 6. Juni 1944 wurde sie ermordet.