- Location
- Trautenaustr. 16
- District
- Wilmersdorf
- Stone was laid
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29 April 2012
- Born
- 20 February 1869 in Brieg / Brzeg
- Occupation
- Ingenieur
- Deportation
- on 16 July 1942 to Theresienstadt
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Murdered
- 09 August 1942 in Theresienstadt
Louis Ludwig Adler wurde am 20. Februar 1869 in Brieg (Brzeg, Polen) in Schlesien geboren. Für seine Eltern, den praktischen Arzt Sigismund Adler (*1832) und dessen Ehefrau Anna Adler geborene Ehrlich (*1845), war er der dritte von insgesamt sechs Söhnen. Sein ältester Bruder Arthur (*1865) war vier und Eugen (*1866) drei Jahre älter als er. Es folgten seine jüngeren Brüder Ernst (*1872), Wilhelm (1874) und Franz Albert (*1880).
Louis besuchte ein Gymnasium und studierte anschließend an der Technischen Hochschule in Charlottenburg Maschinenbau und verließ die Hochschule als Ingenieur. Auch sein älterer Bruder Arthur und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Wilhelm zogen nach Berlin und studierten Medizin an der Universität Berlin. Wilhelm wurde Zahnarzt und heiratete 1920 Elise Ella Fabian (*1889).
Wann und wo Louis seine spätere Ehefrau, die aus Velten, Landkreis Oberhavel stammende Elsa Emilie Marie Philipp (*10. August 1886), kennenlernte, ist nicht bekannt. Sie heirateten am 17. Dezember 1921. Louis war schon 52 und Elsa 35 Jahre alt. Gemeinsam wohnten sie in der Eosanderstraße 32 in Berlin-Charlottenburg. Bei seiner Heirat war Louis Reichskommissar.
Das Eheleben war nur von kurzer Dauer, denn schon vier Jahre später starb Elsa am 23. August 1925 mit 39 Jahren im Krankenhaus Bethanien. Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt. Louis wurde mit 56 Jahren Witwer.
Drei Jahre später starb mit 83 Jahren seine Mutter, die Witwe Anna Adler geborene Ehrlich, in Berlin. Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof Schönhauser Allee bestattet. Sein ältester Bruder Dr. med. Arthur Adler starb 1930.
Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war Louis 64 Jahre alt. Durch das am 7. April 1933 erlassene „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wird er seine Arbeit als Reichskommissar verloren haben. Bis zum 31. März 1938 arbeitete er für ein monatliches Gehalt von 300 RM als Angestellter beziehungsweise technischer Kaufmann in der Berliner Geschäftsstelle der „Stern“ Eisen- und Metall-Aktiengesellschaft.
Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war Louis Adler in der Trautenaustraße 16 in Berlin-Wilmersdorf gemeldet. Das Berliner Adressbuch führte ihn dort jedoch nicht, deshalb ist anzunehmen, dass er zur Untermiete wohnte.
Am 1. September 1940 zog er nach Berlin-Charlottenburg in die vierte Etage der Mommsenstraße 55 zur Untermiete bei Klara Brück. Er mietete dort für 49 RM ein Leerzimmer. Sein Bruder Ernst starb 1940 in Schöneiche.
Seinen Brüdern Dr. med. Eugen Adler, Dr. med. Wilhelm Adler und Franz Albert Adler gelang noch 1939 vor Beginn des Zweiten Weltkrieges die Flucht nach Großbritannien.
Anfang Juli 1942 bekam Louis den Deportationsbefehl. In der Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße 26 wurde er aufgefordert, seine Vermögenserklärung auszufüllen, die er am 8. Juli 1942 unterschrieb. Sein Restvermögen belief sich auf 62 RM.
Am 16. Juli 1942 wurde er mit 73 Jahren nach Theresienstadt deportiert. Nur drei Wochen später starb er, laut Todesfallanzeige an Herzasthma, am 9. August 1942.
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