- Location
- Trautenaustr. 18
- District
- Wilmersdorf
- Stone was laid
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29 April 2012
- Born
- 18 April 1866 in Gnesen (Posen) / Gniezno
- Deportation
- on 28 August 1942 to Theresienstadt
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Murdered
- 08 February 1943 in Theresienstadt
Auguste Margarete Frankenbach wurde als Auguste Margarete Bernstein am 18. April 1866 in Gnesen (Gniezno, Polen) in der Nähe von Posen (Poznań, Polen) geboren. Für ihre Eltern, den Kaufmann Isaak Bernstein und Friedericke (Fritze) Bernstein geborene Pick, war sie das fünfte von insgesamt sieben Kindern. Ihr ältester Bruder Heimann (*1852) war 14 Jahre, Philipp (*1862) 4 Jahre, Adolf (*1863) 3 Jahre und Benno (*1865) ein Jahr älter als sie. Am 10. Oktober 1867 kam ihre ein Jahr jüngere Schwester Sara Cäcilie zur Welt. Als Margarete – genannt Jüttel - fast fünf Jahre alt war, wurde ihre jüngste Schwester Helene am 15. März 1871 geboren.
Sie besuchte eine Höhere Töchterschule in Berlin.
Wann und wo sie ihren späteren Ehemann, den aus Eisleben in Sachsen-Anhalt stammenden Kaufmann Max Frankenbach (*11. Juli 1861), kennenlernte, ist nicht bekannt. Die 28-jährige Margarete und der 26-jährige Max heirateten am 20. Januar 1894 in Berlin. Am 18. November 1894 wurden sie Eltern eines Sohnes, den sie Karl nannten.
Max Frankenbach baute zusammen mit seiner Ehefrau Margarete einen Großvertrieb für Bindfäden in der Alten Jakobstraße 20-22 in Berlin-Kreuzberg auf. Die Familie wohnte damals in der Ansbacher Straße 26 in Schöneberg. Als der Erste Weltkrieg begann, meldeten sich Max und der 20-jährige Sohn Karl freiwillig zur Armee. Der Sohn Karl starb am 28. März 1915 an der Front.
Nach dem Krieg eröffneten Max und Margarete in der Wallstraße 76-79 in Berlin-Mitte eine Bindfaden-Fabrik. Ihre Wohnanschrift war in den 1920er Jahren die Uhlandstraße 29 in Berlin-Charlottenburg. Bei ihnen wohnte laut Jüdischem Adressbuch 1930/31 auch Max' ledige Schwester Jenny Frankenbach. In der Uhlandstraße 29 war Max im Amtlichen Fernsprechbuch auch als Handelsrichter ausgewiesen. Als er am 13. Dezember 1932 kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten starb, führte die 66-jährige Kauffrau Margarete Frankenbach die Fabrik, das Lager und den Großvertrieb von Bindfäden weiter. Max Frankenbach wurde auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.
Nach Berlin-Wilmersdorf in die Trautenaustraße 18 zog Margarete 1935, zusammen mit ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester, der Witwe und Kunstgewerblerin Helene Hurwitz. Noch 1938 war sie im Berliner Adressbuch als Kauffrau gemeldet. In dieser Zeit muss die Firma „arisiert“ worden sein. Ihre Schwester Cilly wohnte in ihrer Nähe in der Prager Straße 26. Auch Margaretes Schwager, der Kunstzeichner Theodor Frankenbach, lebte seit 1938 mit Ehefrau Elisabeth und Sohn Kurt in der Nähe, in der Nassauischen Straße 30.
Kurz nach der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939, wo sie noch in der 1. Etage der Trautenaustraße 18 registriert waren, zogen Margarete und Helene am 30. August 1939 als Untermieterinnen bei der Familie des ungarischen Staatsbürgers Koloman Weinberg in ein möbliertes Zimmer mit Bad- und Küchenbenutzung in die Ludwigkirchstraße 10a. Margarete war 74 Jahre alt und benötigte die Unterstützung und Pflege ihrer jüngsten Schwester.
Am 24. August 1942 wurden Margarete und Helene aufgefordert, ihre Vermögenserklärungen auszufüllen und sich am 28. August 1942 am Anhalter Bahnhof einzufinden. Von dort wurden die beiden Schwestern mit 98 weiteren Personen in das Ghetto Theresienstadt deportiert.
Ihre Schwester, die Witwe Sara Littauer geborene Bernstein, sowie ihr Schwager Theodor und ihre Schwägerin Elisabeth Frankenbach wurden am 3. Oktober 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Elisabeth Frankenbach geborene Graupe starb schon nach 16 Tagen am 19. Oktober 1942 an einer im Ghetto weit verbreiteten Krankheit, der Enteritis, einer durch Viren oder Bakterien hervorgerufenen Darmentzündung. Ihr Ehemann Theodor folgte ihr am 2. November 1942 in den Tod. Auch er starb an Enteritis.
Noch hielten die Bernstein-Schwestern trotz der unmenschlichen Lebensbedingungen durch. Aber die Enteritis holte auch sie ein. Als Erste starb Cilly am 15. Januar 1943 mit 75 Jahren. Helene folgte ihr 20 Tage später mit 71 Jahren am 4. Februar 1943 in den Tod. Nur 4 Tage später starb auch Margarete Frankenbach mit 76 Jahren.
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