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Dorothea Funk (born Brandt)

Stolperstein für Dorothea Funk. Foto: OTFW.
LOCATION
Weseler Straße 15

DISTRICT
Lichtenberg – Karlshorst
STONE WAS LAID
09/13/2007

BORN
03/12/1879 in Berlin
DEPORTATION
on the 4th of March 1943 to Auschwitz
DEAD
in Auschwitz

Dorothea (Dora) Brandt kam am 12. März 1879 in Köpenick, das damals noch nicht Teil von Berlin war, als Tochter des jüdischen Ehepaares Klara (geborene Blum) und Bernhard Brandt zur Welt. Im Sommer 1914, eine Woche nach Beginn des Ersten Weltkriegs, heiratete sie den Vertreter Sally Funk, der aus Königsberg stammte und knapp sieben Jahre jünger war als sie. Sie wohnten in Berlin-Karlshorst, anfangs in der Rheinsteinstraße 13 und etwa ab 1917 in der Weseler Straße 15. Im gleichen Jahr brachte Dora Funk im Alter von 38 Jahren ihr einziges Kind Ruth zur Welt. Die Familie lebte in gutbürgerlichen Verhältnissen. Dora Funk war nicht berufstätig und hatte im Haushalt Unterstützung durch ein Dienstmädchen. Ihr Mann besaß ein eigenes Auto mit dem sie jedes Jahr in den Urlaub fuhren, meistens nach Bayern oder Thüringen. Sie hatten einen großen Bekanntenkreis, häufig kam Besuch in ihre Vierzimmerwohnung. Tochter Ruth war Schülerin des Lyzeums und plante, nach dem Abitur eine Kunst- und Modeschule zu besuchen.
Bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor Sally Funk als Jude seine Anstellung, womit sich die wirtschaftliche Situation der Familie schlagartig änderte. Mitte der 1930er Jahre zog die Witwe Else Heyn als Untermieterin bei ihnen ein. Im Jahr 1939 emigrierte die Tochter Ruth, die damals Anfang 20 war, nach London.
1942 wurden Dora und Sally Funk aus ihrer Wohnung ausgewiesen und mussten nach Berlin-Mitte in eine Einzimmerwohnung in der Brunnenstraße 4 umziehen. Etwa zu dieser Zeit brachte ihre Tochter, die geheiratet hatte und nun Mayer hieß, im englischen Exil Zwillinge zur Welt. Dora Funk bekam ihre Enkel nie zu Gesicht. Sie wurde im folgenden Jahr von der Gestapo verhaftet. Am 4. März 1943, kurz vor ihrem 64. Geburtstag, wurde Dora Funk mit dem 34. Osttransport nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihr Mann war bereits drei Tage zuvor ebenfalls nach Auschwitz deportiert worden. Ihrer Tochter gelang es trotz intensiver Nachforschungen nicht, nähere Informationen über das Schicksal ihrer Eltern in Erfahrung zu bringen.


Biographical Compilation

Julia Chaker

Additional Sources

Museum Lichtenberg im Stadthaus | Initiative Stolpersteine Karlshorst
www.statistik-des-holocaust.de, Deportationsliste 34. Osttransport