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Wilhelm Liebenthal

Stolperstein Wilhelm Liebenthal © H. Schliericke
LOCATION
Baseler Str. 40

DISTRICT
Steglitz-Zehlendorf – Lichterfelde
STONE WAS LAID
04/30/2019

BORN
04/18/1881 in Neustrelitz
OCCUPATION
Kaufmann
DEPORTATION
on the 29th of November 1942 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Wilhelm Liebenthal wurde am 18. April 1881 in Neustrelitz geboren. Er war jüdischer Abstammung, fühlte sich jedoch religiös nicht gebunden (so seine Angabe in der Vermögenserklärung vom 16. November 1942). Das Berliner Adressbuch führte ihn 1925 und 1933 als Kaufmann. Er war nie verheiratet, aber seit dem 29. Januar 1930 mit der Verkäuferin Gertrud Steffens verlobt, die in der Kolberger Straße 2 in Berlin N 65 (Wedding) wohnte.
Wilhelm Liebenthal war Eigentümer des Hauses Baseler Straße 40 (ehem. Karlstraße 17), das er seit dem 6. November 1924 auch selbst bewohnte.
Am 5. Mai 1938 wurde Wilhelm Liebenthal durch die Gestapo verhaftet und zum Polizeipräsidium Alexanderplatz gebracht. Bis zum Hauptverhandlungstermin am 15. September 1938 blieb er in Untersuchungshaft in Alt-Moabit. Dann wurde er entlassen.
Sehr wahrscheinlich unter Zwang verkaufte er am 31. Januar 1939 sein Haus für 29.500 RM an den Bäckermeister Hans Lang aus Schöneberg. Die in bar zu zahlende Teilsumme von 7000 RM wurde zunächst einbehalten; erst im September 1939 wurde lediglich die Hälfte der Summe in zwei Raten ausgezahlt. Sein früheres Haus war inzwischen von Hans Lang an Alois Schlag aus Neukölln für 30.000 RM weiterveräußert worden.
Wilhelm Liebenthal leistete Zwangsarbeit in der Maschinenfabrik E. Becker in der Roedernallee 8–14 in Reinickendorf. Sein Lohn betrug 66 Reichspfennige die Stunde. Seit dem 25. Januar 1942 wohnte er als Untermieter in der Courbieréstraße 1 in Schöneberg, Berlin W 62, in einem „Leerzimmer, Hochparterre rechts […] bei Ella Lachs“, für das er 45 RM im Monat zahlte.
In der Nacht vom 18. auf den 19. November 1942 wurde Wilhelm Liebenthal abgeholt und in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 verbracht. Am 29. November 1942 wurde er mit dem „23. Osttransport“ vom Güterbahnhof Moabit aus zusammen mit 997 anderen Menschen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.


Biographical Compilation

Harald Schliericke