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Margarete Lüpschütz

Margarete Lüpschütz © OTFW
LOCATION
Fasanenstr. 41

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
STONE WAS LAID
09/21/2013

BORN
09/29/1880 in Berlin
DEPORTATION
on the 17th of May 1943 to Auschwitz
MURDERED
in Auschwitz

Margarete Lüpschütz wurde am 29. September 1880 in Berlin geboren. Der Name Lüpschütz weist auf eine Familie polnischer und deutscher Rabbiner hin.
Der Ur-Urgroßvater Gadelja, geboren 1782, der Urgroßvater Israel, der Großvater Moritz und der Großonkel Isidor waren alle Rabbiner.
Margaretes Großvater Moritz, ein Doktor der Philosophie, hatte mit seiner Frau Dorothee Isaacsohn sechs Kinder: Max, Margaretes Vater, wurde Kaufmann, Franziska war Kindergärtnerin, Felix, ein Theaterdirektor und Schauspieler, Oskar, ebenfalls Kaufmann, Anna Magdalena und Waldemar.
Oskars Sohn Alfons, ein Berliner Rechtsanwalt, emigrierte 1939 nach Frankreich und wurde am 14. August 1942 von Drancy nach Auschwitz deportiert.

Max Lüpschütz heiratete am 13. Oktober 1876 in Berlin Sara Baer. Der Name wurde manchmal auch Beehr oder Behr geschrieben. Im darauf folgenden Jahr, am 1. September 1877, wurde der Sohn Hans geboren. Drei Jahre später kam Margarete auf die Welt und am 25. August 1882 folgte Margaretes Schwester Gertrud. Die Familie wohnte in Kreuzberg, in der Reichenberger Straße 55.

Wie so häufig ist über den Werdegang der Mädchen in der Familie kaum etwas dokumentiert. Hat Margarete eine Ausbildung gemacht? Wie hat sie als nicht verheiratete Frau ihren Lebensunterhalt bestritten? Margarete und Gertrud haben offensichtlich lange Zeit zusammengewohnt. Sie hatten 1931 die gemeinsame Adresse Kaiserallee 19 (heute Bundesallee). Vielleicht hatten sie auch in der Fasanenstraße 41 eine gemeinsame Wohnung. In den Berliner Adressbüchern werden sie unter dieser Anschrift nicht erwähnt.

Kurz vor ihrer Deportation findet sich Margaretes Spur wieder. Sie musste in der Spandauer Firma Hugo Reinz, Brunsbütteler Damm 116, Zwangsarbeit leisten. Die Firma stellte Zubehör für den Flugzeug- und Kraftfahrzeugbau her. Es war sicherlich Schwerstarbeit, zudem war der lange Hin- und Rückweg von Wilmersdorf nach Spandau zu meistern. Auch wenn sie möglicherweise eine Genehmigung für die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln hatte, durfte sie als Jüdin keinen Sitzplatz benutzen.

Die Wohnung in der Fasanenstraße musste Margarete im Februar 1940 verlassen. Zusammen mit ihrer Schwester Gertrud wohnte sie bis zu ihrer Deportation in einem möblierten Zimmer für 35 RM Miete in der Regensburger Straße 13 bei der Rentnerin Mary Vertel. Ihren privaten Besitz hatte sie sicherlich schon vor dem Umzug verkaufen müssen. In der Vermögenserklärung hieß es „Inventar und Bewertung: Nichts vorhanden“.

Gertrud Lüpschütz wurde noch vor ihrer Schwester deportiert, am 5. September 1942 (wahrscheinlich aber schon am 31.August) trat sie mit dem 19. Osttransport nach Riga die Reise in den Tod an. Drei Tage später wurde sie dort ermordet.
Am 17. Mai 1943 wurde Margarete Lüpschütz in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich sofort nach ihrer Ankunft in einer Gaskammer ums Leben gebracht wurde.


Der Bruder Hans Lüpschütz hat es in Berlin zu einiger Bekanntheit gebracht. Er war in den 1920er Jahren Direktor des Theater des Westens. Als Schauspieler war er in dem Fritz Lang-Film „Kämpfende Herzen“ zu sehen. Seine Stimme ist auf einigen Tondokumenten zu hören. Hans starb am 3. Juli 1942 in Berlin.

https://www.library.ucsb.edu/OBJID/...
Tondokument „Auf dem Autobus. Telefongeheimnisse“ Edison Goldguss Walze
https://www.library.ucsb.edu/OBJID/...
Tondokument „Schneiderlied. Der Aktienbunker“ Edison Goldguss Walze
https://www.viennale.at/de/film/k-m...

Biographical Compilation

Karin Sievert

Additional Sources

Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 - 1945,
Jüdisches Adressbuch von 1931
www.steinheim-institut.de/wiki/inde...
www.juden-in-mecklenburg.de/Persone...