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Gertrud Heymann (born Kempner)

Ein Foto von Getrud Heymann, es wurde 1969 von ihrem Sohn Ludwig, aus Pasadena, Kalifornien, bei Yad Vashem eingereicht. Er gab an, dass seine Mutter verwitwet und Hausfrau war. Bild: Familienbesitz
Stolperstein Gertrud Heymann, Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
LOCATION
Bundesplatz 11

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
STONE WAS LAID
06/04/2021

BORN
11/08/1862 in Breslau (Schlesien) / Wrocław
OCCUPATION
Hausfrau
DEPORTATION
on the 22nd of September 1942 to Theresienstadt
MURDERED
03/26/1943 in Theresienstadt

Gertrud Heymann wurde als Gertrud Kempner am 8. November 1862 in Breslau geboren. Sie war die Tochter des Kaufmanns Isidor Kempner und seiner Frau Helene Zirke Kempner. Am 23. März 1892 heiratete sie in Berlin den Breslauer Arztsohn Hugo Heymann. Dieser hatte zur Zeit der Heirat seinen Wohnsitz in Paris.

Das Ehepaar muss in den Folgejahren in Frankreich gelebt haben, ihr Sohn Bernhard wurde 1894 in Montmorency geboren. Die Familie kehrte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt an den Ort der Eheschließung von Hugo und Gertrud, Berlin, zurück. Der 23jährige Student Bernhard wurde am 4. Juni 1917 in einem Berliner Hotel tot aufgefunden.
Der Geburtstag und -ort des Sohnes Ludwig ist nicht bekannt, er emigrierte später in die USA.

Das beigefügte Foto wurde 1969 von ihrem Sohn Ludwig, aus Pasadena, Kalifornien, bei Yad Vashem eingereicht. Bei dieser Mitteilung hat er angegeben, dass seine Mutter verwitwet und Hausfrau war.

Sie hat wohl ihren Lebensunterhalt, wie viele andere Witwen damals, durch Untervermietungen bestritten oder ergänzt. Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv finden sich Abrechnungsunterlagen, die aussagen, dass ihre Miete monatlich 125,44 Reichsmark betrug. Bei den Einnahmen sind drei Namen wohl von den Untermietern angegeben, was zu Einnahmen von 188 Reichsmark führte.

Bereits am 1. September 1942 - drei Wochen vor der Deportation - wurde ihre Wohnungseinrichtung, deren Wert mit 129,24 Reichsmark angegeben ist, zugunsten des Deutschen Reichs eingezogen. Vermutlich wurde Frau Heymann danach in eines der von den Nationalsozialisten eingerichteten „Sammellager“ verbracht.

Gertrud Heymann wurde am 22. September 1942 mit dem sogenannten „64. Alterstransport“ zusammen mit 100 weiteren Menschen nach Theresienstadt deportiert und dort am 26. März 1943 ermordet.


Dieser Stolperstein wurde am 4.6.2021 verlegt und nach einem Aufruf der „Initiative Bundesplatz e.V.“ von Mitgliedern, Nachbarn, engagierten Bürgern, Firmen und Organisationen gespendet.

Biographical Compilation

Recherche und Text: Birgitta Berhorst und Friedrich Berghald

Additional Sources

- Deportationsliste des 64. Alterstransports, 61.-70. Alterstransport (statistik-des-holocaust.de)