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Channa Anna Holländer

Stolperstein Channa Anna Holländer © OG
LOCATION
Thomasiusstraße 11

DISTRICT
Mitte – Moabit
STONE WAS LAID
03/25/2015

BORN
10/19/1887 in Tarnau / Tarnów
OCCUPATION
Stenotypistin
DEPORTATION
on the 28th of March 1942 from Tile-Wardenberg-Straße 26 to Ghetto Piaski Luterskie
MURDERED
in Zwangsarbeitslager Trawniki

Channa Holländer kam im galizischen Tarnow, im heutigen Polen zur Welt. Sie blieb ihr Leben lang unverheiratet und lebte mit ihrer älteren Schwester Golda Rachela später in Berlin. Im Adressbuch findet sich der Name R. Holländer von 1934 bis 1941 unter der Adresse Thomasiusstrasse 11.

Channa Holländer arbeitete als Stenotypistin. Später im Jahr 1942 gab sie in der Vermögenserklärung an, als 'Hausangestellte' bei Dr. Ernst Portner in der Thomasiusstraße 1 zu arbeiten. (Der jüdische Urologe Dr. Portner überlebte durch den Schutz seiner nichtjüdischen Ehefrau und emigrierte später nach England.)

Channa Holländer und ihre Schwester verlieren als Jüdinnen bereits Ende Februar 1941 ihre Wohnung in der Thomasiusstraße. Fortan müssen sie als Untermieterinnen bei der Jüdin Anna Saberski in der Tile-Wardenberg-Straße 26 II unterkommen.

Channa Holländers „Vermögen“ besteht jetzt nur noch aus einem Nachttisch, einem Bettvorleger, einem Läufer, zwei Kochtöpfen, etwas Küchengeschirr, zwei Koffern, einem Hammer sowie einer Schreibmaschine.

Am 13. März 1942 wird sie gezwungen, per Erklärung zuzustimmen, dass ihr gesamtes Vermögen und das ihrer Angehörigen beschlagnahmt wird. Wenige Tage später werden Channa und Golda Holländer vom Sammellager in der nahe gelegenen Levetzowstraße aus mit dem 11. Transport in das Ghetto der polnischen Stadt Piaski Luterskie deportiert. Channa ist zu diesem Zeitpunkt 55 Jahre alt. Ganz in der Nähe, im Zwangsarbeiterlager Trawniki (Polen) wird sie wenig später ermordet.

Zu diesem Zeitpunkt wird ihr „Inventar“ durch einen Gerichtsvollzieher mit 14 Reichsmark bewertet und zugunsten des Reichs verkauft. Auf Unterlagen hierüber findet sich der Vermerk: „Die Schreibmaschine wurde nicht geschätzt, da sie für das Reich bestimmt ist“.


Biographical Compilation

Antje Both