- Location
- Kurfürstendamm 22
- District
- Charlottenburg
- Stone was laid
-
06 August 2011
- Born
- 17 May 1918 in Greifenberg
- Deportation
- on 03 February 1943 to Auschwitz
-
Murdered
- in Auschwitz
Edith Rosen wurde am 17. Mai 1918 in Greifenberg in Hinterpommern (Gryfice, Polen) geboren. Für ihre Eltern, den Kaufmann Hugo Rosen (*1886) und dessen aus Groß Schliewitz (Gmina Śliwice) stammende Ehefrau Fanny geborene Bieber (*20. Dezember 1890) war sie das zweite von insgesamt drei Kindern. Ihr Bruder Erich Martin (*26. August 1914) war vier Jahre älter und ihre Schwester Margot vier Jahre jünger als sie.
Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war Edith 14 Jahre alt und wohnte bei ihren Eltern in Greifenberg. Am 29. November 1938 wurde ihr Vater im Konzentrationslager Sachsenhausen für kurze Zeit interniert. Im Dezember 1938 flüchtete ihr ältester Bruder Erich von Berlin nach Greifenberg zu seiner Mutter und anschließend nach Shanghai. Vermutlich ließ er seinen zweijährigen Sohn Arno (*15. Februar 1937) bei ihr, weil er ihn dort in Sicherheit glaubte. Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ wurde angegeben, dass Arnos Großeltern väterlicherseits jüdisch und die Großeltern mütterlicherseits im Sinne der Nürnberger Gesetze nicht-jüdisch waren, demnach war er „Halbjude“. 1939 wohnten Erichs und Ediths Eltern mit Arno in der Göringstraße 25 in Wollin auf Usedom.
Wann genau Edith nach Berlin ging, konnte nicht recherchiert werden. Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war sie zusammen mit ihrer jüngsten Schwester Margot als Untermieterin bei Veit im 1. Obergeschoss des Gartenhauses am Kurfürstendamm 22 gemeldet.
Am 12. Februar 1940 wurden Ediths Eltern mit dem kleinen Arno über Stettin in das Ghetto Piaski deportiert, wo ihr Vater Hugo am 19. Oktober 1941 und, neun Tage später, auch ihre Mutter Fanny am 28. Oktober 1941 starb. Der kleine Arno wurde nach dem Krieg für tot erklärt.
Vermutlich musste Edith in Berlin Zwangsarbeit leisten. Der Deportationsbefehl erreichte sie in der Hufelandstraße 41 in Berlin-Prenzlauer Berg in der Wohnung ihrer Tante Erna (*9. Mai 1892), einer jüngeren Schwester ihrer Mutter, und ihres Onkels Erich (*1891), einem jüngeren Bruder ihres Vaters. Zusammen mit ihnen und ca. 950 Leidensgenossinnen und
-genossen wurde Edith am 3. Februar 1943 mit dem 28. Osttransport nach Auschwitz deportiert. In einer Gaskammer in Auschwitz-Birkenau wurde sie zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet. Edith wurde vermutlich nicht älter als 25 Jahre.
Einen Monat später setzte die Gestapo ihre jüngere Schwester Margot im Rahmen der „Fabrikaktion“ am Arbeitsplatz fest und brachte sie in ein Sammellager. Mit dem 33. Osttransport wurde sie am 3. März 1943 mit 1.885 Leidensgenossinnen und -genossen in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und in einer Gaskammer in Auschwitz-Birkenau ermordet. Sie starb vermutlich mit 20 Jahren.
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