Ida Margarete Bremer wurde am 18. Januar 1898 als erstes Kind von Georg Bremer und seiner Frau Anna geb. Mosheim geboren. Ein gutes Jahr später, am 8. März 1899, kam Idas Bruder Ernst Adolf zur Welt, am 13. November 1902 das dritte Kind, Lisa. Georg Bremer war als Prokurist der Dresdner Bank von Dresden nach Berlin geschickt worden, wo auch die drei Kinder zur Welt kamen.
Bremers wohnten zunächst in der Joachimsthaler, später in der Motzstraße. Um 1907 zogen sie nach München, wo Georg Bremer einen Direktorposten an der Dresdner Bank übernommen hatte. 1920 kehrte er in gleicher Funktion nach Berlin zurück. Bremers bezogen eine repräsentative 9-Zimmer-Wohnung am Kurfürstendamm 64.
Ida blieb ledig, wir wissen nicht, ob sie eine Ausbildung machte – dies ist aber wahrscheinlich, da später davon die Rede war, dass sie ein eigenes Einkommen habe. Ihre Schwester war Jugendleiterin, der Bruder Bankbeamter.
Als Idas Eltern im Januar 1943 deportiert wurden, wohnte Ida noch mit ihnen am Kurfürstendamm 64. Ihre Geschwister konnten 1939 noch rechtzeitig fliehen, Ernst in die USA, Lisa nach England. Ida war geblieben, vielleicht auch um für die Eltern zu sorgen. Nach deren Deportation tauchte Ida unter und verließ Berlin. Sie fand Unterschlupf bei verschiedenen hilfreichen Menschen, musste aber häufig das Versteck wechseln. Eine ihrer Stationen Anfang 1943 war Olpe in Nordrhein-Westfalen. Dort wurde sie von der Familie Damm im Turmzimmer ihres Hauses versteckt, während in den unteren Räumen die Hitlerjugend tagte. Dieses Versteck wurde dann doch zu gefährlich, Frau Damm bescheinigte nach dem Krieg, dass es ein SA-Mann war, Karl Struckmann, der sie vor einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo warnte. Ida Bremer fand daraufhin Aufnahme bei einem evangelischen Pastor in Schönebeck bei Hamburg. Dies wurde im August 1945 von Idas Tante, der Opernsängerin Albine Ballin-Nagel bestätigt. Deren Mann Hans Ballin, ein Cousin von Georg Bremer, war in das Ghetto Łódź deportiert worden und dort ums Leben gekommen. Auch die damals 7-jährige Irene Damm aus Olpe konnte sich noch 2024 an Ida Bremer erinnern. Tagsüber sei ein Schrank vor Idas Tür geschoben worden, abends konnte sie sich dann frei in der Wohnung bewegen.
In Schönebeck konnte Ida aber ebenfalls nicht lange bleiben. Ihr letztes Versteck soll in Thüringen gewesen sein. Anfang Oktober 1943 wurde sie durch Verrat aufgegriffen und nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie am 15. November 1943 ermordet.
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